Daniels vergessene Klassiker Nr. 9: Ottorino Respighi – „Die Pinien von Rom“

Quelle: Wikipedia; https://de.wikipedia.org/wiki/Ottorino_Respighi

Kritisieren kann jeder! Aber die Gretchenfrage ist immer die nach Verbesserung. In seiner Anti-Klassiker-Serie hat Daniel Janz bereits 50 Negativ-Beispiele genannt und Klassiker auseinandergenommen, die in aller Munde sind. Doch außer diesen Werken gibt es auch jene, die kaum gespielt werden. Werke, die einst für Aufsehen sorgten und heute unterrepräsentiert oder sogar vergessen sind. Meistens von Komponisten, die Zeit ihres Lebens im Schatten anderer standen. Freuen Sie sich auf Orchesterstücke, die trotz herausragender Eigenschaften zu wenig Beachtung finden.

von Daniel Janz

Die Pinie – auch „Italienische Steinkiefer, Mittelmeer-Kiefer oder Schirm-Kiefer, früher auch Pinienfichte, genannt“ (Zitat Wikipedia) – erscheint auf den ersten Blick wie ein ganz normaler Baum. Oft anzutreffen, dem mediterranen Klima angepasst, recht knorrig und nicht unbedingt besonders. Über diesen Baum eine Musik zu komponieren, erscheint eigentlich kontraintuitiv. Und doch kann selbst so ein auf den ersten Blick alltäglich anmutendes Gewächs die Kreativität eines frischen Geistes anregen. So geschehen im Jahr 1924, als ein italienischer Komponist ausgerechnet diesen Baum zum Anlass nahm, um eine etwa 20 Minuten lange Sinfonische Dichtung zu schreiben. „Daniels vergessene Klassiker Nr. 9: Ottorino Respighi – „Die Pinien von Rom“
klassik-begeistert.de, 21. November 2022“
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Die Sächsische Staatskapelle in der Isarphilharmonie: Herzensjuwelen und Wunderharfe

Isarphilharmonie (c) HGEsch

Der neue Berliner Ring und ein Abstecher für Bruckner 8 nach Chicago gingen wohl an Christian Thielemann körperlich nicht ganz vorbei: Die Herbst-Tournee der Sächsischen Staatskapelle nach Luxemburg, Hamburg und München muss ohne ihn stattfinden – wohl wegen langanhaltender Schulterbeschwerden. Mit einigen Programmänderungen sind also nun stattdessen Tugan Sokhiev und David Afkham mit der Kapelle auf Tournee. Dazu, wie geplant, Ausnahmegeigerin Julia Fischer – in dieser Spielzeit Artist in Residence in Dresden. Mit einem reinen Mendelssohn-Programm waren nun die beiden Letztgenannten in der Münchner Isarphilharmonie zu erleben. Um es vorwegzunehmen: Ein toller Nachmittag (ja, das Konzert begann seltsamerweise um 15 Uhr) und keineswegs ein „Downgrade“ zu Thielemann.

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) – Die Hebriden (Konzertouvertüre) op. 26

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) –
Violinkonzert e-Moll op. 64

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) – Sinfonie Nr. 3 in a-Moll op. 56 (“Schottische“)

Sächsische Staatskapelle Dresden
Julia Fischer, 
Violine
David Afkham, 
Dirigent

München, Isarphilharmonie, 20. November 2022

von Willi Patzelt

Das Programm hätte kaum eine größere „Mendelssohn-Hitparade“ sein können – und das ist außerordentlich positiv gemeint. Programme ohne „Neuentdeckungen“ und „Geheimtipps“ gibt es immer seltener. Auch die sind natürlich zumeist sehr spannend und haben ihre klare Berechtigung. Und dennoch ist gelegentlich auch ein konservatives Programm mit den „alten Bekannten“ ebenfalls sehr wohltuend. Mit der Hebriden-Ouvertüre, dem Violinkonzert (e-moll) und der „Schottischen“ – Mendelssohns, obschon als dritter von fünf bezeichneten, letzter – Sinfonie stand wirklich Mendelssohn at its best auf dem Programmzettel. „Sächsische Staatskapelle Dresden, Julia Fischer, Violine, David Afkham, Dirigent
München, Isarphilharmonie, 20. November 2022“
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„Il Giustino“ von Vivaldi strandet szenisch im seichten Wasser

Foto: Raffaele Pe (Anastasio), Christophe Dumaux (Giustino), Olivia Vermeulen (Amanzio), Kateryna Kasper (Arianna), Komparse (Amor) © Matthias Baus

Il Giustino
Dramma per Musica in drei Akten (1724)
Musik von Antonio Vivaldi
Text von Antonio Maria Lucchini nach Nicolò Beregan und Pietro Pariati

Staatsopernchor
Akademie für Alte Musik Berlin
René Jacobs, musikalische Leitung

Barbora Horáková,
Inszenierung
Thilo Ullrich, Bühnenbild
Eva-Maria Van Acker, Kostüme

Raffaele Pe, Anastasio
Kateryna Kasper, Arianna
Christophe Dumaux, Giustino
Robin Johannsen, Leocasta
Siyabonga Maqungo, Vitaliano
Helena Rasker, Andronico

Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 20. November 2022  Premiere

von Peter Sommeregger

Die ab dem 2. Dezember 2022 an der Staatsoper stattfindenden traditionellen Barocktage werfen ihren Schatten bereits voraus: schon vor Beginn des Festivals hat Vivaldis Version von „Il Giustino“ Premiere. Als Orchester fungiert die Akademie für Alte Musik, ein renommiertes Berliner Ensemble. Dirigent ist der inzwischen in Ehren ergraute René Jacobs, der aber nichts von seinem jugendlichen Feuer eingebüßt hat, wenn es um Barockmusik geht. „Il Giustino, Dramma per Musica in drei Akten (1724) Musik von Antonio Vivaldi
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 20. November 2022 Premiere“
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DIE MONTAG-PRESSE – 21.NOVEMBER 2022

Foto: Deutsche Oper Berlin, Clay Hilley © Suzanne Vinnik /etudearts.com/

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DIE MONTAG-PRESSE – 21. NOVEMBER 2022

Berlin
Porträt – Heldentenor Clay Hilley
An der Deutschen Oper fiel im letzten Jahr plötzlich der Sänger des Siegfried in Wagners Ring aus. Der Amerikaner Clay Hilley sprang spontan ein – rettete den Ring und wurde in Deutschland als Entdeckung gefeiert.
rbb-online.de

Warschau
Feuer unterm Dach in Warschau: Omer Meir Wellber zündet eine Mahler’sche Kerndetonation
Warschau, Filharmonia Narodowa (Nationalphilharmonie): So etwas hat die Welt noch nie gehört. Besonders nicht in Warschau, wo das Eufonie Festival dieses Jahr keine Mühen und Kosten gescheut hat: Mit Unterstützung des polnischen Kulturministeriums hat man zur Eröffnung die Wiener Symphoniker in die polnische Hauptstadt geladen. Die haben während ihrer traditionsreichen Geschichte bestimmt schon die ein oder andere Duftmarke gesetzt. Unter Omer Meir Wellber gelingt der nächste Streich. Mahlers 5. Symphonie, ein Kosmos der Emotionen, hat man derart spannend noch nicht erlebt.
Von Jürgen Pathy
Klassik-begeistert.de

Hamburg/Laeiszhalle
Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor Hamburg in der Laeiszhalle: So bringt man das Brahms Requiem zum Klingen!
Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor Hamburg, Bremer Philharmoniker, Hansjörg Albrecht Laeiszhalle Hamburg, 19. November 2022
Es grenzt an ein Wunder nach einem Weinberg-Quintett und einem Schütz-Gesang noch Kraft für das Brahms-Requiem zu haben. Davon ließ sich weder die Musik noch das Publikum beeindrucken: Selbst nach über zweieinhalb Stunden war der Beifall genau so begeistert wie bei Missa Solemnis des Symphonischen Chores Hamburg am Vortag.
Von Johannes Karl Fischer
Klassik-begeistert.de

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Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor Hamburg in der Laeiszhalle: So bringt man das Brahms Requiem zum Klingen!

Foto: Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor ©

Es grenzt an ein Wunder, nach einem Weinberg-Quintett und einem Schütz-Gesang noch Kraft für das Brahms-Requiem zu haben. Davon ließ sich weder die Musik noch das Publikum beeindrucken: Nach über zweieinhalb Stunden war der Beifall sehr groß.

Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor Hamburg
Bremer Philharmoniker
Hansjörg Albrecht, Leitung

Valentina Farcas, Sopran
Christian Gerhaher, Bariton
Elisaveta Blumina, Klavier

Werke von Heinrich Schütz, Mieczysław Weinberg und Johannes Brahms

 

Laeiszhalle Hamburg, 19. November 2022

von Johannes Karl Fischer

„Herr, lehre doch mich“, mit diesen Worten zündet Christian Gerhaher das musikalische Pulverfass des Abends in der Laeiszhalle. Dieser Bariton haut einen völlig vom Hocker: Kaum ist sein allmächtiger Klagemonolog zu Ende, schallt eine hochbegeisterte Energie durch den leider nicht komplett gefüllten Saal. Das waren Klänge so umschlingend, mitreißend, wie man sie sich von Profi-Orchestern mit Profi-Chören stets gerne wünschen würde…

Christian Gerhaher, © Wigmore Hall

Eine ganze Stunde Spannung, eine kurze Stunde Sog ohne Ende. Auch die Bremer Philharmoniker drehten selbst nach einem höchst anspruchsvollen Weinberg-Werk noch einmal richtig auf und komplettierten mit tönenden Pauken und Trompeten deutlich den begeisternden Klang. Plötzlich hat auch das Deutsche Requiem einen Stellenwert in meinen Brahms-Rankings.

Am zweiten Laeiszhallen-Abend in Folge (siehe Bericht vom 18. November 2022) war eine Einspringer-Sopranistin am Werk in der ehemaligen Musikhalle: Ihre äußerst knappe Rolle meisterte Valentina Farcas mit rundem und ergreifendem Sopran. Nach nicht einmal zehn Minuten durfte sie die Partitur schon wieder zuklappen, aber was waren das für acht denkwürdige Minuten himmlischen Gesangs! Sie will uns trösten, versetzt dabei das Publikum mit hinreißenden Melodien in Tränen, als würde sie selbst den lieben Gott um Erbarmung anflehen. Insgesamt zwei Ausnahme-SolistInnen am Werk, da wäre zweifelsfrei auch der Komponist und Namensgeber des Laeiszhallen-Vorplatzes begeistert gewesen. „Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor Hamburg, Bremer Philharmoniker, Hansjörg Albrecht
Laeiszhalle Hamburg, 19. November 2022“
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DIE SONNTAG-PRESSE – 20. NOVEMBER 2022

Foto: Staatsoper Hamburg © Westermann

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DIE SONNTAG-PRESSE – 20. NOVEMBER 2022

Hamburg
Tobias Kratzer: Ein Eigenbrötler für Hamburgs Oper
Der Regisseur Tobias Kratzer gilt als Spezialist für sperrige Fälle. Jetzt inszenierte er Rossini in Wien. Und wird Opern-Intendant in Hamburg. Eine weise Entscheidung? Was seine Regie bei „La gazza ladra“ für die Zukunft verspricht.
DieWelt.de

Lübeck
Großes Musiktheater: Salome im Großen Haus
Lübeck: Einst fast ein Skandal, ist Richard Strauss’ „Salome“ längst ins Repertoire des Musiktheaters eingegangen. Nach 14 Jahren ist die Oper wieder im Großen Haus zu erleben: Die Premiere am 18. November im nahezu ausverkauften Großen Haus wurde ein riesiger Erfolg. Die Ovationen des Publikums galten GMD Stefan Vladar, den Philharmonikern der Hansestadt, dem vielköpfigen Ensemble – ganz besonders Evmorfia Metaxaki in der Titelpartie – und Regisseurin Christiane Lutz.
https://www.hl-live.de/text.php?id=155115&fbclid=IwAR2NQ-TeQJxuJdGYk2_EOutJACEQgALtxJ530xo9mOYI1NMSo9wucfLKtLE

„…das Geheimnis der Liebe ist größer als das Geheimnis des Todes“ – Richard Strauss’ „Salome“ glänzt in Lübeck
Diese ausgezeichnete Inszenierung, der das Premierenpublikum mit atemlosen Gebanntsein folgte und die sie mit langanhaltendem, jubelndem Beifall bedachte, muss man einfach sehen!
Von Dr. Andreas Ströbl
https://klassik-begeistert.de/salome-oper-von-richard-strauss-theater-luebeck-musiktheater-18-november-2022-premiere/

Wagners RING-Zyklus ist ab heute auf ARTE Concert europaweit im Stream zu erleben!
Ab heute ist der komplette RING in der Inszenierung von Dmitri Tcherniakov und unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann auf ARTE Concert europaweit im Stream zu erleben!
lifepress.de

Hamburg/Laeiszhalle
Dona nobis pacem, gib uns Frieden: Meisterhafte Missa Solemnis verzaubert in der Laeiszhalle
Alle Ohren sind spitz auf eine Stimme, wenn Lena Belkinas Gesang den Saal beherrscht. Agnus Dei, das unschuldige Lamm Gottes, das seine Schlachtung erblickt, fleht um Hilfe. Wie die Millionen von Kriegsflüchtlingen, die in diesen Augenblicken hilflos hungernd um die halbe Welt ziehen.
Von Johannes Karl Fischer
Klassik-begeistert.de

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Feuer unterm Dach in Warschau: Omer Meir Wellber zündet eine Mahler’sche Kerndetonation

Foto: Omer Meir  Wellber © Rouven Steinke

Eröffnungskonzert des Eufonie Festival

Gustav Mahler, Symphonie Nr. 5 cis-Moll

Wolfgang Amadeus Mozart, C-Dur Klavierkonzert Nr. 21, KV 467

Wiener Symphoniker
Omer Meir Wellber, Dirigent
Jan Lisiecki, Klavier

Warschau, Filharmonia Narodowa (Nationalphilharmonie), 18. November 2022

von Jürgen Pathy

So etwas hat die Welt noch nie gehört. Besonders nicht in Warschau, wo das Eufonie Festival dieses Jahr keine Mühen und Kosten gescheut hat: Mit Unterstützung des polnischen Kulturministeriums hat man zur Eröffnung die Wiener Symphoniker in die polnische Hauptstadt geladen. Die haben während ihrer traditionsreichen Geschichte bestimmt schon die ein oder andere Duftmarke gesetzt. Unter Omer Meir Wellber gelingt der nächste Streich. Mahlers 5. Symphonie, ein Kosmos der Emotionen, hat man derart spannend noch nicht erlebt. „Gustav Mahler, Wolfgang Amadeus Mozart, Wiener Symphoniker, Omer Meir Wellber, Dirigent
Warschau, Filharmonia Narodowa (Nationalphilharmonie), 18. November 2022“
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Sol Gabetta, Klaus Mäkelä und die Philharmoniker aus Oslo reißen das Publikum in Dortmund von den Sitzen

Oslo Philharmonic, Klaus Mäkelä / Fotos: Brian Cooper

Der lange Konzertabend im Ruhrgebiet bestätigt den bereits in Hamburg gewonnen Eindruck, dass wir es hier mit einem europäischen Spitzenorchester zu tun haben. Mit einem Dirigenten, Klaus Mäkelä, der ganz zweifellos eine große Zukunft vor sich hat. Und mit einer herausragenden Solistin Sol Gabetta, die auf dem Cello offenbar einfach alles kann. Wohl jenen, die das Oslo Philharmonic auf der jüngsten Europatournee ein Stück des Weges begleiten durften.

 

Igor Strawinsky (1882-1971) – Divertimento aus Le baiser de la fée

Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) – Cellokonzert Es-Dur, op. 107

Jean Sibelius (1865-1957) – Sinfonie Nr. 2 D-Dur, op. 43

Oslo Philharmonic
Sol Gabetta, Cello
Klaus Mäkelä, Dirigent

Dortmund, Konzerthaus, 18. November 2022

von Brian Cooper, Bonn

Eine gute Nachricht vorweg: Die Elbphilharmonie und das Dortmunder Konzerthaus waren nahezu ausverkauft. Die Menschen wissen halt, was gut ist – und was sie vom Oslo Philharmonic durchaus erwarten dürfen.

Und nach der guten folgt nun nicht etwa eine schlechte, sondern eine noch bessere Nachricht: Beide Konzerte waren großartig, in Hamburg wie in Dortmund. Von letzterem Abend, der vorletzten Station auf dieser jüngsten Europatournee (neben Hamburg und Dortmund gastiert(e) das Orchester auch in München, Antwerpen und Wien), soll hier in erster Linie berichtet werden. „Oslo Philharmonic, Sol Gabetta, Cello, Klaus Mäkelä, Dirigent
Dortmund, Konzerthaus, 18. November 2022“
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Schammis Klassikwelt 6: Stimmliche Eleganz oder vokaler Sexappeal?

Fisch oder Fleisch? Wein oder Bier? Blondine oder Brunette? Ich habe meinen Geschmack in keiner Situation meines Lebensauf eine feste Idee beschränkt! Im Gegenteil, mich ziehen Gegensätze sogar an! So auch im Operngesang. Und deshalb sind sowohl Carlo Bergonzi als auch Franco Corelli meine Lieblingstenöre. Der folgende Artikel soll kein Vergleich zweier bedeutender Sänger sein, sondern eine Erklärung meiner Bewunderung für beide.

 

Meine Lieblingstenöre: Carlo Bergonzi und Franco Corelli!

von Jean-Nico Schambourg

Beide begannen ihre Karrieren Anfang der Fünfziger Jahre und hatten zum großen Teilen dasselbe Repertoire: Verdi, Puccini, Verismus. Doch ihre Vortragsweise könnte unterschiedlicher nicht sein. Viele meiner Schallplatten bezeugen dies und es fällt mir oft schwer zu entscheiden, welches musikalische Menü ich mir genehmigen will. Ernani, Radamès, Don Alvaro, Manrico zum Beispiel sind alles Rollen in denen mir beide Tenöre große Freude bereiten, jeder auf seine eigene Art. Bei anderen Rollen wiederum habe ich ganz klare Favoriten: Bergonzi bei “Un Ballo in maschera”, bei “Luisa Miller”, bei “La Gioconda”, Corelli dagegen bei “Turandot”, bei “Tosca”, bei “Andrea Chénier”.

„Schammis Klassikwelt 6: Stimmliche Eleganz oder vokaler Sexappeal?
klassik-begeistert.de“
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„…das Geheimnis der Liebe ist größer als das Geheimnis des Todes“ – Richard Strauss’ „Salome“ glänzt in Lübeck

Salome, Musiktheater Lübeck 2022 Photos: Jochen Quast

Diese ausgezeichnete Inszenierung, der das Premierenpublikum mit atemlosen Gebanntsein folgte und die sie mit langanhaltendem, jubelndem Beifall bedachte, muss man einfach sehen!

Salome
Oper von Richard Strauss

Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck
Stefan Vladar, Dirigent

Inszenierung: Christiane Lutz

Theater Lübeck, Musiktheater, 18. November 2022  PREMIERE


von Dr. Andreas Ströbl

Der größte Skandal bei der österreichisch-ungarischen Erstaufführung von Richard Strauss’ Oper „Salome“ im Grazer Opernhaus am 16. Mai 1906 war weniger das biblische Sujet, dargestellt in einer Mischung aus Gier, Hybris und Erotik, als vielmehr der tosende Beifall des Publikums. Die deutsche Uraufführung hatte am 9. Dezember in der beschaulichen Vorweihnachtszeit des Jahres 1905 in Dresden bereits für Furore gesorgt. Hier lohnt der Blick auf die Etymologie des mittlerweile etwas abgegriffenen Wortes, denn „Furor“ bedeutet ja auch „Raserei“. In der Tat versteigen sich die Protagonisten dieses Dramas in Raserei, Maßlosigkeit und Selbstüberschätzung, was schließlich in der Katastrophe endet. „Salome, Oper von Richard Strauss
Theater Lübeck, Musiktheater, 18. November 2022 Premiere“
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