Mit Hingabe und Perfektion gelingt Jan Vogler ein beeindruckendes musikalisches Statement

Foto: © Marco Grob

CD-Besprechung: Jan Vogler »Three Continents«
(Veröffentlichung: 19. Juni 2020 bei SONY Classical)

Nico Muhly, Sven Helbig, Zhou Long: Konzert für Violoncello und Orchester „Drei Kontinente“

Jan Vogler, Cello

WDR Sinfonieorchester
Cristian Măcelaru, Dirigent

Dmitri Schostakowitsch: Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 op. 126

Orchester des Mariinsky-Theaters
Valery Gergiev, Dirigent

von Pauline Lehmann

Nach dem 24 Stunden-Livestream-Festival warten die Dresdner Musikfestspiele nun mit Nachschub auf: Das neue Album des Cellisten und Intendanten, Jan Vogler, birgt auch wieder diesen wehmütigen Schulterblick auf vergangene Festspieltage – doch damit lange nicht genug. „Jan Vogler, Cristian Măcelaru, Valery Gergiev, »Three Continents«,
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Eine interessante Veröffentlichung fernab des musikalischen Mainstreams: Igor Kuljerićs "Glagolitisches Requiem" mit Ivan Repušić

Foto: © Studio Mierswa-Kluska

Igor Kuljerić, Glagolitisches Requiem
Jakov Gotovac, Hymne an die Freiheit

Chor des Bayerischen Rundfunks
Münchner Rundfunkorchester
Dirigent: Ivan Repušić

von Peter Sommeregger

Der kroatische Dirigent Ivan Repušić ist seit der Saison 2017/18 Chefdirigent des Münchner Rundfunkorchesters. Es verwundert also nicht, dass er die sakrale Komposition seines 2006 verstorbenen Landsmannes Igor Kuljeric, der in seiner Zeit eine zentrale Figur des kroatischen Musiklebens war, mit „seinem“ Münchner Rundfunkorchester aufführen wollte. Das 1996 uraufgeführte Werk feierte zu diesem Zeitpunkt auch die endlich nach langer Zeit und einem blutigen Krieg erlangte staatliche Unabhängigkeit Kroatiens. Kuljeric greift gleichermaßen auf traditionelle Strukturen der heimatlichen Sakralmusik zurück wie auch auf moderne Stilelemente. Orgel, Harfe, Glocken und Vibrafon tragen wesentlich zum polyphonen Klangbild bei. Ein gemischter Chor und vier Solisten bilden den mächtigen Apparat, der für die Realisierung des Requiems erforderlich ist. „Ivan Repušić, Igor Kuljerić, Glagolitisches Requiem,
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Ladas Klassikwelt 35: Ohne Worte, aber mit viel Herz

Die CD „Ring ohne Worte“ von der Staatskapelle Weimar unter der Leitung von Hansjörg Albrecht (Label: Oehms Classics)

von Jolanta Łada-Zielke

Dieses Album wurde bereits vor zwei Jahren rezensiert, gleich nachdem es veröffentlicht worden war. Ich möchte demnach keine Analyse davon bringen, keine Bemerkungen zu den dynamischen Proportionen machen, welches Instrument an welchen Stellen zu sehr auffällt oder ob die vom Dirigenten verlangten Tempi angemessen sind; das hat schon Andrea Braun für das Portal „Das Orchester” gemacht. Ich brauche nicht daran zu erinnern, welches Instrument einen Charakter mit seinem Klang imitiert, da eine genaue Beschreibung dessen auf der Schott Music-Website veröffentlicht wurde. Ich genieße einfach den „Ring“ als ein gesamtes Stück in der erstklassigen Aufführung eines Orchesters mit langer Tradition unter der Leitung von Hansjörg Albrecht. „Ladas Klassikwelt 35: Ohne Worte, aber mit viel Herz“ weiterlesen

CD-Besprechung: Jonas Kaufmann hat keine Otello-Stimme

CD-Besprechung: Giuseppe Verdi, Otello

Orchestra dellacademia Nazionale di Santa Cecilia
Dirigent: Antonio Pappano

Otello: Jonas Kaufmann
Desdemona: Federica Lombardi
Jago: Carlos Álvarez

von Yehya Alazem

Im Juni 2020 erscheint die neue Aufnahme von Giuseppe Verdis Otello bei Sony, wegen der Corono-Pandemie zwei Monate später als geplant. Die Titelrolle singt der „Startenor“ Jonas Kaufmann, die Desdemona wird von Federica Lombardi und der Jago von Carlos Álvarez gesungen. Am Pult steht Antonio Pappano und dirigiert sein Orchestra dellacademia Nazionale di Santa Cecilia. „Giuseppe Verdi: Otello, Jonas Kaufmann, Federica Lombardi, Carlos Álvarez, Antonio Pappano
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Musikalisch ansprechende Geschichtsfälschung

DVD-Besprechung: Gaspare Spontini, Fernand Cortez

Jean-Luc Tingaud leitet das Orchestra und den Chor des Maggio Musicale Fiorentino souverän und umsichtig. Die Musik des Zeitgenossen Beethovens ist eingängig und ansprechend. Was man in dem Werk vermisst, ist ein großer, zündender musikalischer Einfall, der sich einprägt. Wirkliches Temperament und Dramatik stellen sich eigentlich erst im dritten Akt ein.

von Peter Sommeregger

Die Entstehungsgeschichte dieser Oper Spontinis ist stark von der Politik beeinflusst, hat selbst ja auch politischen Inhalt. Napoleon selbst soll das Werk beim Komponisten in Auftrag gegeben haben, um seine Invasion der Iberischen Halbinsel zu feiern. Cortez sollte für Napoleon stehen, die grausamen Riten der Azteken die Spanische Inquisition symbolisieren. Des Kaisers Erfolge in Spanien und Portugal waren allerdings nicht nachhaltig und so wurde auch die Oper vorerst nicht mehr gegeben. Trotz mehrerer späterer Umarbeitungen konnte sich das Werk nicht dauerhaft auf den Spielplänen halten. „Gaspare Spontini, Fernand Cortez,
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CD-Besprechung: Giuseppe Verdi, Attila – eine sehr ausgewogene Produktion

Giuseppe Verdi, Attila
Chor des Bayerischen Rundfunks

Münchner Rundfunkorchester
Ivan Repusic Dirigent

von Peter Sommeregger

Die frühen Opern Verdis weisen gegenüber seinen späteren Meisterwerken doch einige Defizite auf. Einen Mangel an melodischen Einfällen kann man zwar nicht erkennen, aber die Dramaturgie jener frühen Werke lässt die Stücke oft spröder geraten, als es nötig wäre. „CD-Besprechung, Giuseppe Verdi, Attila,
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CD-Besprechung: Debütalbum mit reizvollen Entdeckungen

Sarah Traubel : Arias for Josepha

Es ist ein Debüt-Album dessen klug gewähltes Programm aufhorchen lässt, gerne möchte man bald mehr von Sarah Traubel zu hören bekommen!

von Peter Sommeregger

Der geschichtsbewusste Opernfreund denkt bei dem Namen sofort an die amerikanische Wagner-Heroine Helen Traubel. Nicht zu Unrecht, denn die hier auf ihrem Debüt-Album zu erlebende junge Sängerin ist eine Großnichte der amerikanischen Traubel, hat sich aber einem gänzlich verschiedenen Repertoire zugewandt.

Arias for Josepha ist Programm, und ein interessantes dazu. Josepha war eine Schwägerin Mozarts, etwas weniger berühmt und erfolgreich als Aloysia Weber, aber immerhin hat sie als erste Königin der Nacht Operngeschichte geschrieben. Die Schwestern Weber scheinen allesamt gesanglich begabt gewesen zu sein, ist doch auch Mozarts Ehefrau Konstanze zeitweise solistisch aufgetreten. „CD-Besprechung: Sarah Traubel – Arias for Josepha
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Barbara Hannigan erarbeitet eine Musteraufführung von Stravinskys „The Rake’s Progress“

Foto: © Musacchio & Ianniello / Accademia Nazionale di Santa Cecilia

„Barbara Hannigan erweist sich als bei allem Ehrgeiz und aller brennenden Energie doch auch als nachdenkliche, mit Skrupeln behaftete Künstlerin, die höchst sensibel und kollegial mit ihren jungen Schützlingen umgeht.“

DVD-Besprechung: Igor Stravinsky, The Rake’s Progress (Accentus music ACC 20420)

von Peter Sommeregger

Die kanadische Musikerin Barbara Hannigan gibt sich trotz anhaltend großer Erfolge nicht mit ihrer Karriere als Sängerin zufrieden, seit geraumer Zeit macht sie sich auch als Dirigentin einen Namen und, als ob das nicht schon ausreichen würde, betätigt sie sich auch noch als Mentorin von Nachwuchsprojekten. „Stravinsky, „The Rake’s Progress“, Barbara Hannigan,
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Eine Sinfonie der Worte: Pascal Mercier lässt Sprache wie Musik erklingen

„Unverkennbar ist Pascal Mercier in der Lage, seine Ausdruckssprache so klar, deutlich und unmissverständlich mit Poesie zu fluten, dass daraus geradezu eine Art musikalischer Metapher wird. Wer das nicht glaubt, möge einmal einen Absatz des Buches laut lesen, oder besser: jemandem vorlesen.“

CD-Besprechung: Pascal Mercier: „Das Gewicht der Worte“

Buchausgabe: Carl Hanser Verlag 2020
Hörbuch: Hörbuch Hamburg HHV GmbH (3 MP3-CDs, ca. 1340 Minuten)

Gelesen von: Markus Hoffmann

von Dr. Holger Voigt

„Die Poesie von Wörtern und Tönen vermag die Zeit zu verlangsamen, weil sie Gegenwart schafft und uns so befreit von der Diktatur der Uhrzeiger.“

Diese CD-Besprechung hat ein Hörbuch zum Inhalt, das sprachlich wie eine Sinfonie der Worte imponiert. „Pascal Mercier: „Das Gewicht der Worte“,
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Pavol Bresliks Winterreise: Dokument eines Reifungsprozesses

„An der Winterreise arbeitet ein Sänger ein Leben lang, man darf auf Bresliks weitere Auseinandersetzungen mit dem Zyklus gespannt sein!“

CD-Besprechung: Franz Schubert, Winterreise (Orfeo C 934 191)

Pavol Breslik: Tenor
Amir Katz: Klavier

von Peter Sommeregger

Der lyrische Tenor Pavol Breslik, aus der Slowakei gebürtig, wo er seinen Namen noch Brslik schrieb, hat schon seit einigen Jahren einen festen Platz weit vorne im Ranking der Operntenöre, einer seltenen Spezies, zumal in dieser Qualität. Von Beginn seiner Karriere an widmete sich Breslik auch dem Liedgesang, anfangs mehr dem Liedgut seines heimatlichen Kulturkreises, inzwischen aber auch dem Deutschen Kunstlied, und nach anfänglichem Zögern auch dem Werk Franz Schuberts. „Franz Schubert, Winterreise, Pavol Breslik, Amir Katz,
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