Die Schrammelmusik lässt in die Wiener Seele blicken

Theresa Aigner © Andreas Ströbl

Musikstadt Wien – das bedeutet natürlich Staatsoper, Musikverein, Konzerthaus und Theater an der Wien. Aber die echte Wiener Volksmusik hört man nicht in den großen Sälen, sondern in Heurigenlokalen, auf Weingütern oder in den Buschenschänken (in Deutschland sind das die „Straußwirtschaften“). Will man nicht in einer der Touristenfallen mit Reisebussen und zum Klischee verkommener Schunkelfolklore landen, dann sucht man am besten eines der Traditionslokale in Stammersdorf, Strebersdorf, Nußdorf oder Ottakring auf. Oder man geht zum Weingut Hengl-Haselbrunner nach Döbling, wo am 14. Oktober 2026 die „Caféhausschrammeln“ ein mitreißendes Programm zum Besten gaben.

Iglaseegasse 10, 1190 Wien, 14. Oktober 2026

„Das größte Glück“ – Konzert im Weingut Hengl-Haselbrunner

Die Caféhausschrammeln:

Theresa Aranya Aigner, Geige
Julia Kainz, Geige
Tommy Hojsa, Akkordeon und Gesang
Rudi Koschelu, Kontragitarre und Gesang

von Dr. Andreas Ströbl

„Die Caféhausschrammeln
Weingut Hengl-Haselbrunner, 1190 Wien, 14. Oktober 2026“
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John Neumeiers Ballette müssen in Hamburg weiter gepflegt werden

Charlotte Larzelere (Manon Lescaut), Alexandre Riabko (Des Grieux), Michal Bialk (am Flügel), Anna Laudere (Marguerite Gautier), Jakob Feyferlik (Armand Duval), Markus Lehtinen (musikalische Leitung), Futaba Ishizaki (Prudence Duvernoy), Matias Oberlin (Gaston Rieux), Olivia Betteridge (Olympia), Emiliano Torres (Graf N.) (Foto: RW)

Das Neumeier-typische Ballett ist nicht auf tänzerische Akrobatik und auch nicht auf schauspielerische Präsenz ausgelegt, sondern auf das Verwachsen mit der Rolle. Und das, ohne die vorhandenen immensen technischen Schwierigkeiten zu vernachlässigen. Vielmehr sollten diese so verinnerlicht und eingeübt sein, dass sie als Ausdruck der Empfindung und nicht mehr als artistische Leistung erkennbar sind.

Hamburgische Staatsoper, Hamburg Ballett, 21. Oktober 2026

Die Kameliendame, Ballett von John Neumeier

Bühnenbild und Kostüme: Jürgen Rose

Musik: Frédéric Chopin
Musikalische Leitung: Markus Lehtinen
Am Flügel: Michal Bialk, Ondrej Rudčenko

von Dr. Ralf Wegner

„Die Kameliendame, Ballett von John Neumeier
Hamburgische Staatsoper, Hamburg Ballett, 21. Oktober 2026“
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Klein beleuchtet kurz 80: Tschaikowskis „Pique Dame“ in Hannover mit Helen Donath gerät zum Ereignis

Helen Donath als Gräfin in Pique Dame; Foto Patrik Klein

Ein Abend von atemberaubender musikalischer Intensität – und eine Gräfin, die unter die Haut geht

Staatsoper Hannover, 21. Oktober 2026

Tschaikowski „Pique Dame“

Inszenierung: Roland Schwab
Bühne: Piero Vinciguerra
Kostüme: Gabriele Rupprecht
Licht: Andreas Schmidt

Chor: Lorenzo Da Rio
Musikalische Leitung: Tobias Wögerer

Chor der Staatsoper Hannover, Kinderchor der Staatsoper Hannover, Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

von Patrik Klein

Mit Tschaikowskis „Pique Dame“ hat die Staatsoper Hannover die neue Spielzeit mit einem Werk eröffnet, in dem sich gesellschaftliches Strebertum, zwanghafte Leidenschaft und menschliche Abgründe auf eindrückliche Weise verbanden.

„Klein beleuchtet kurz 80: Tschaikowskis „Pique Dame“ in Hannover
Staatsoper Hannover, 21. Oktober 2026“
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Hai-Kyung Suh: „Nach 46 Jahren fühle ich mich mit der Paganini-Rhapsodie endlich wohl“ 

© Alpine Baek

Die Pianistin Hai-Kyung Suh gehört zu den gefeierten Künstlern der letzten Jahrzehnte. Als eine der ersten koreanischen Musikerinnen, die in Europa und den USA reüssierten, errang sie Spitzenpreise beim Busoni-Wettbewerb und beim ARD-Musikwettbewerb, spielte zahlreiche Aufnahmen für die Deutsche Grammophon und Decca ein und kehrte nach einer Krebserkrankung, die ihr Leben und ihre Laufbahn beinahe beendet hätte, auf die großen Bühnen wie den Barbican Center, den Seoul Arts Center, der Berliner Philharmonie und der Carnegie Hall, wo sie im Oktober dieses Jahres ein von Publikum und Presse umjubeltes Solorezital spielte, zurück.

Im zweiten Teil unseres Interviews spricht sie über ihr neustes Konzertprogramm, Martha Argerich und ihre Pläne für die nächste Zeit ihrer bereits fünfzigjährigen Karriere.

Johannes Karl Fischer im Interview mit Hai-Kyung Suh, Teil II

klassik-begeistert: Frau Suh, Sie haben vor zwei Wochen in der Carnegie Hall ein Programm mit Brahms, Liszt und einer Uraufführung von Jeajoon Ryu gespielt. Was hat Sie zu diesem Programm inspiriert?

„kb im Gespräch mit der Pianistin Hai-Kyung Suh, Teil II
klassik-begeistert.de, 22. Oktober 2026“
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„Ich entdecke große Komponistinnen“: Dieses Buch begeistert Kinder für Musik

Frauenklang auf Knopfdruck

Buchbesprechung: 

Delphine Renon, „Ich entdecke große Komponistinnen“
Originaltitel: „Je découvre les grandes compositrices“

Illustrationen: Delphine Renon
Schnitt, Mischung und Mastering: Francois Coyault

2026 Annette Betz in der Ueberreuter Verlag GmbH

ISBN  978-3-219-12107-0

von Jolanta Łada-Zielke

Aus den Seiten dieses Buches erklingt Musik auf Knopfdruck. Mama oder Papa können das Fingerchen des Kindes an die richtige Stelle führen, sodass es selbst ein Stück einer der vorgestellten Komponistinnen starten kann:

Elisabeth Jacquet de La Guerre (1665–1729), Clara Schumann (1819–1896), ihre Schülerin Luise Adolpha Le Beau (1850–1927), Rita Strohl (1865–1941) sowie Lili Boulanger (1893–1918). Ich würde noch die kürzlich wiederentdeckte Emilie Zumsteeg (1796–1857) in diesen Kreis aufnehmen – dann wäre auch das Verhältnis zwischen den hier präsentierten französischen und deutschen Komponistinnen ausgeglichen: 3+3 😉

„Delphine Renon, „Ich entdecke große Komponistinnen“
klassik-begeistert.de, 21. Oktober 2026“
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Alena Baeva spielt Jugendwerke voller Feuer und Abschied 

CD-Besprechung:

Zwei frühe Meisterwerke, die beide von Aufbruch, Liebe und stilistischer Selbstfindung erzählen – und eine Geigerin, die ihnen mit klarer Stimme, schlankem Vibrato und erfreulich persönlicher Note begegnet. Alena Baeva hat mit Paavo Järvi und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen die idealen Partner gefunden, um Richard Strauss’ einziges Violinkonzert und Béla Bartóks lange verschollenes erstes Violinkonzert aufzunehmen. Dazu kommt Bartóks erste Rhapsodie – und der Kreis schließt sich auf besondere Weise: Nur wenige Tage nach deren Uraufführung spielte Bartók 1929 in Bremen, im Glockensaal. Genau dort entstand 96 Jahre später diese Aufnahme.

Alena Baeva spielt Strauss und Bartók

Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Paavo Järvi, musikalische Leitung

Alpha Classics, ALPHA1185

von Dirk Schauß

„Alena Baeva, Strauss und Bartók, Paavo Järvi, Dirigent
klassik-begeistert.de, 21. Oktober 2026“
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Richard Wagners Seefahrer-Oper begeistert auf Weltklasseniveau!

Jordan Shanahan (Der Holländer), Lina Lottes (junge Senta), Arnold Schoenberg Chor © Matthias Baus

Prädikat „absolut sehens- und hörenswert“!

Wenn Sie auf der Kärntner Straße stadtauswärts unterwegs in Richtung Wiener Staatsoper sind, dann gehen Sie die paar Hundert Meter weiter zum MusikTheater an der Wien. Da erwartet Sie eine selten so grandiose Aufführung des „Fliegenden Holländers“– leider ist da nur noch bis zum 30. Oktober 2026 Zeit!

Richard Wagner   Der fliegende Holländer

Musikalische Leitung:  Robert Jindra

Inszenierung und Licht:  Philipp Stölzl
Szenische Neueinstudierung:  Philipp Stölzl

Daland:  Wilhelm Schwinghammer
Senta:  Ambur Braid
Erik:  Cameron Becker
Mary:  Ieva Prudnikovaitė
Der Steuermann Dalands:  James Ley
Der Holländer:  Jordan Shanahan

Wiener Symphoniker

Arnold Schoenberg Chor (Leitung:  Erwin Ortner)
Statisterie des MusikTheaters an der Wien

Koproduktion mit der Staatsoper Unter den Linden, Berlin – Originalproduktion des Theaters Basel (Premiere in Basel 8. Jänner 2009)

MusikTheater an der Wien, 20. Oktober 2026

von Herbert Hiess

„Richard Wagner, Der fliegende Holländer, Inszenierung Philipp Stölzl
MusikTheater an der Wien, 20. Oktober 2026“
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Dresden: „Mein Gott, wie spielen die denn!“

Daniele Gatti © Oliver Killig

Die Staatskapelle Dresden führt Mahlers 10. Sinfonie auf                         
„Mein Gott, wie spielen die denn!“

Semperoper Dresden, 19. Oktober 2026

Gustav Mahler  Sinfonie Nr. 10 Fis-Dur
(Fassung nach Deryck Cooke)

Staatskapelle Dresden
Dirigent  Daniele Gatti

von Henriette Müller

Daniele Gatti und die Staatskapelle Dresden hatten zu Mahlers 10. Sinfonie eingeladen. Diese Aufführung fand im Rahmen des Mahler-Zyklus statt. Ausgewählt wurde die Fassung von Deryck Cooke. Gatti bezeichnet diese Fassung als „die, dem Werk gegenüber hingebungsvollste“.

Mahler konnte dieses Werk selber nicht vollenden. Er starb im Jahre 1911, vor der Fertigstellung seiner Sinfonie.

„Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 10 Fis-Dur, Staatskapelle Dresden, Daniele Gatti
Semperoper Dresden, 19. Oktober 2026“
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Ein musikalisch großartiger Meistersinger-Opernabend – die Inszenierung verstört

Die Meistersinger von Nürnberg. Daniel Frank (Walther von Stolzing), (vorne) Anke Krabbe (Eva), Martin Gantner (Hans Sachs) © Sandra Then

PREMIERE +++ Meistersinger von Nürnberg +++ Opernhaus Düsseldorf, 17. Oktober 2026

Wer eine Aufführung der Meistersinger von Nürnberg besucht, erwartet im Gegensatz zu den anderen Werken Wagners eher leichte Kost. Der Tod wütet hier nicht. Vielmehr verbreitet die Oper Zuversicht und erinnert an die reiche deutsche Kulturlandschaft, auf deren Boden doch auch Erfreuliches gedeihen kann. Gewiss, ihre Aufführungsgeschichte ist problematisch. Doch ändert dies nichts an der hoffnungsvollen Botschaft, dass selbst eine verkrustete Gesellschaft durch das Zusammenwirken von Figuren wie Stolzing und Sachs zum Positiven hin wandelbar ist.

 Richard Wagner                                                                                                                                     Die Meistersinger von Nürnberg

Oper in drei Aufzügen, Libretto vom Komponisten

Musikalische Leitung

Chorleitung  Albert Horne
Chor der Deutschen Oper am Rhein

Düsseldorfer Symphoniker

Deutsche Oper am Rhein, Opernhaus Düsseldorf,  17. Oktober 2026

von Arnold Hütten

„Richard Wagner, Die Meistersinger von Nürnberg PREMIERE
Deutsche Oper am Rhein, Opernhaus Düsseldorf, 17. Oktober 2026“
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Anne Frank im NEST lehrt uns positives Denken

Anne Frank Olivia Warburton © Marcel Urlaub

Schon unter der Direktion von Claus Helmut Drese (1986 – 1991) gab es Opernaufführungen im Künstlerhaus. Wir erinnern uns an zeitgenössische Kammeropern mit kleiner Orchesterbesetzung. Bleibenden Eindruck gewann Udo Zimmermanns „Weiße Rose“ unter dem Dirigat des Komponisten.  Staatsoperndirektor Bogdan Roščić erschuf den Phönix aus der Asche. NEST ist die Abkürzung für Neue Staatsoper und gleichzeitig ein Wortspiel für ein Zuhause mit Blick auf ein junges Publikum und neue Theaterformen.       

GRIGORI FRID

Das Tagebuch der Anne Frank
A Graphic Opera

Anne Frank  Olivia Warburton
Musikalische Leitung  Jera Petricek
Inszenierung  David Bösch

NEST Neue Staatsoper im Künstlerhaus, 18. Oktober 2026
Karlsplatz 5, 1010 Wien

von Lothar und Sylvia Schweitzer

„Grigori Frid, Das Tagebuch der Anne Frank, A Graphic Opera
NEST Neue Staatsoper im Künstlerhaus, 18. Oktober 2026“
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