Georges Bizets "Carmen": Zum Weinen schön

Foto: „Carmen“ an der Staatsoper Hamburg. © 2014 Brinkhoff/ Mögenburg

Meine Lieblingsoper (39): „Carmen“ von Georges Bizet

Eigentlich passt diese Oper gar nicht zu mir. Ein Soldat, der zum Mörder wird. Eine Hauptdarstellerin, die gleich am Anfang mit einem Messer auf andere losgeht. Dazu noch ein Stierkämpfer. Und dann lese ich im Spielplan der Lindenoper noch, das sei eine „Opéra comique.“ Wieso? Wie kann daraus eine Komödie werden? Was ist daran lustig?

von Johannes Karl Fischer

Ich gebe ja zu, dass meine Vorstellung von Komödie sehr, naja, speziell ist. Gewalt und Mord schließt sich bei mir mit Komödie aus. Selbst Candide von Leonard Bernstein, vom Komponisten höchstselbst ja als “funny” bezeichnet, finde ich irgendwie gar nicht lustig. Unter Komödie stelle ich mir, zum Beispiel, die Fledermaus vor. Oder die diversen musikalischen Scherze beim Wiener Neujahrskonzert. 2013, da hat Franz Welser-Möst dem Solo-Kontrabassisten plötzlich einen Stofftier-Elefanten gereicht. Der Oboist bekam eine Ente und der Solo-Cellist obligatorischerweise einen Schwan. Das ist, gleich im mehrdeutigen Sinne, Komödie. „Meine Lieblingsoper (39): „Carmen“ von Georges Bizet“ weiterlesen

Lieses Klassikwelt 32: Klassiker Eiskunstlaufen

Foto (2014) wikipedia.de (c) – Katarina Witt (* 3. Dezember 1965 in Falkensee), ehemalige deutsche Eiskunstläuferin, die im Einzellauf für die DDR und nach der deutschen Einheit für Deutschland startete. Sie wurde zweimal Olympiasiegerin (1984, 1988) und mehrfach Weltmeisterin (1984, 1985, 1987, 1988). Seit Beendigung ihrer Karriere ist sie als Schauspielerin und Moderatorin tätig.

„Ein Abstand von zwei Metern im Paarlauf oder beim Eistanzen scheint absurd. Hebungen, Todesspiralen und Berührungen jeglicher Art ließen sich dann nicht mehr realisieren. Werden diese Disziplinen überleben? Erzwingt Corona eine Reduktion auf die Einzelkonkurrenz der Damen und Herren? Oder steht womöglich der gesamte Eiskunstlauf vor dem Aus? Derzeit türmen sich wie in der Kultur nur Fragen über Fragen. Und die Antworten will man sich am besten gar nicht ausmalen.“

von Kirsten Liese

Fußball, internationale Messen oder das Münchner Oktoberfest, das sind wohl die einzigen Großveranstaltungen, die in den Medien im Kontext mit Corona zur Sprache kommen.

Die Frage, ob und wann Kinos, Theater und Opernhäuser wieder ihren Spielbetrieb aufnehmen könnten, stellt dagegen kaum einer im deutschen Fernsehen. Das stimmt traurig und ist eigentlich doch kaum verwunderlich vor dem Hintergrund, dass das Gros der Deutschen an der Hochkultur gar nicht partizipiert. „Lieses Klassikwelt 32: Eiskunstlaufen
klassik-begeistert.de“
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Sommereggers Klassikwelt 30 : …Habt der Einen Ruf in Acht! Zum Tod der Mezzosopranistin Hertha Töpper

Die Nachricht vom Tod Hertha Töppers in der letzten Woche hat bei mir wieder viele schöne Erinnerungen an meine Münchner Jahre geweckt. Als ich 1966 nach München zog, war die aus Graz gebürtige Sängerin die unangefochtene Nummer eins im Mezzofach an der Bayerischen Staatsoper. Es war noch die Zeit der gewachsenen Ensembles, entsprechend vertraut waren die Künstler miteinander, was sich sehr positiv auf die Qualität der Aufführungen auswirkte.

von Peter Sommeregger

Das Spektrum der Rollen, die Hertha Töpper während ihres 30-jährigen Engagements in München gesungen hat, ist breit gefächert, hatte seinen Schwerpunkt aber doch eher im Deutschen Fach. Darüber hinaus war sie eine gefeierte Konzertsängerin, mit Karl Richter hat sie zahlreiche Konzerte gegeben und Schallplatten eingespielt. Besonders charakteristisch an ihrer Stimme war die schlanke, sichere Höhe und das samtene Timbre in den tieferen Lagen. „Sommereggers Klassikwelt 30 : …Habt der Einen Ruf in Acht! Zum Tod der Mezzosopranistin Hertha Töpper“ weiterlesen