Rudolf Buchbinder spielt mit „Treasures“ ein bemerkenswertes Album ein

CD-Besprechung:

Schuberts Melancholie wird auf zwei CDs „en miniature“ erspürt

Rudolf Buchbinder
Schubert: Treasures

Franz Schubert (1797-1828) – 36 „Erste Walzer“ D 365; 16 Deutsche Tänze & 2 Ecossaises D 783; 12 Walzer, 17 Ländler & 9 Ecossaises D 145; Galop & 8 Ecossaises D 735; Valses sentimentales D 779; 16 Ländler („Wiener Damen-Ländler“) & 2 Ecossaises D 734; Valses nobles D 969; 12 Grazer Walzer D 924

Rudolf Buchbinder, Klavier

Deutsche Grammophon, DG 486 8826

von Brian Cooper

160 Tracks auf zwei CDs, wie ist das möglich? Nun, die meisten dieser „Treasures“ (so der Name des zwei CDs umfassenden Albums) von Franz Schubert – größtenteils Walzer, Ecossaises, Tänze und Ländler – dauern nicht viel länger als eine halbe Minute oder haben allenfalls eine Spieldauer von unter einer Minute. Ein Novum in meiner CD-Sammlung, und vermutlich auch in Ihrer. Miniaturen eben.

„Rudolf Buchbinder spielt Schubert: Treasures
klassik-begeistert.de, 29. Mai 2026“
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Ein Hotel präsentiert sich als Weltbühne

Mélissa Petit (Contessa di Folleville), Ensemble, Tänzer·innen © SF/Monika Rittershaus

Il viaggio a Reims bei den Salzburger Pfingstfestspielen 2026

Mit Il viaggio a Reims eröffnet Barrie Kosky im Haus für Mozart bei den Salzburger Pfingstfestspielen 2026 einen Opernabend, der die selbstreflexive Anlage von Rossinis Werk konsequent freilegt. Bereits Rossinis Oper selbst erscheint als ein Spiel über die Oper, über theatrale Rollenbilder und über die Künstlichkeit musikalischer Darstellung. Die ursprüngliche Handlung, in der eine Gruppe adeliger Gäste aus verschiedenen europäischen Nationen zur Krönung des französischen Königs Karl X. nach Reims reist, wird in Koskys Inszenierung in eine Geburtstagsgala der fiktiven Gesangsdiva La Ceci verwandelt. Dadurch tritt der historische Bezug stärker in den Hintergrund, während die Oper noch deutlicher als bewusst künstlich konstruierte Theaterwelt erscheint, in der Gesellschaftsbild, Musiktheater und Selbstreflexion ineinandergreifen.

Gioachino Rossini (1792 – 1868)
IL VIAGGIO A REIMS ossia L’ALBERGO DEL GIGLIO D’ORO

Dramma giocoso in einem Akt (1825)
Libretto von Luigi Balocchi, teilweise basierend auf dem Roman Corinne, ou l’Italie von Madame de Staël

Musikalische Leitung Gianluca Capuano

Regie  Barrie Kosky
Bühne  Rufus Didwiszus
Kostüme  Victoria Behr
Licht  Franck Evin
Dramaturgie  Christian Arseni

Haus für Mozart, Salzburg, 25. Mai 2026

 von Getong Feng

Am 22. Mai 2026 feierte Il viaggio a Reims in der Regie von Barrie Kosky im Haus für Mozart bei den Salzburger Pfingstfestspiele eine erfolgreiche Premiere. „Gioachino Rossini, Il viaggio a Reims, Regie Barrie Kosky
Haus für Mozart, Salzburg 25. Mai 2026“
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DIE FREITAG-PRESSE – 29. MAI 2026

Ensemble © SF/Monika Rittershaus

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE FREITAG-PRESSE – 29. MAI 2026

Salzburg/Pfingstfestspiele
Salzburgs „Il viaggio a Reims“ amüsiert mich köstlich
Die Party endet in Salzburg nicht auf der Bühne. Sie erfasst das gesamte Haus. Alle Stimmen sind mit einer Lockerheit und Elastizität ausgestattet, die die extremen musikalischen Wendungen Rossinis Komposition mühelos bewältigen. Der Spielwitz ist groß. Die Sängerinnen und Sänger lassen es aussehen und -hören als wäre es ganz leicht.
Von Frank Heublein
Klassik-begeistert.de

„DIE FREITAG-PRESSE – 29. MAI 2026“ weiterlesen

Festival junger Künstler Bayreuth: „Wir sind jetzt und hier da“

Prof. Fredrik Schwenk © Festival junger Künstler Bayreuth

Das Festival junger Künstler Bayreuth – die „Tochter“ der Richard-Wagner-Festspiele – steht im Jubiläumsjahr im Einklang mit dem Festspielhaus. 

Studierende der Musikstudiengänge aus verschiedenen Kulturkreisen treffen sich dieses Jahr in Bayreuth unter dem Motto RE:SONANZ, was „Zuhören, Antworten und Mitschwingen“ bedeutet. Dadurch sollen nicht nur künstlerische Inspirationen, sondern auch Vertrauen, Dialog und Friedensperspektiven entstehen. Das Programm umfasst vier große Projekte, darunter zwei in Zusammenarbeit mit den Bayreuther Festspielen. Über die Details spricht der künstlerische Leiter des Festivals, Prof. Fredrik Schwenk.

von Jolanta Łada-Zielke

klassik-begeistert: Das Wortspiel RE:SONANZ und die Begriffe „Mithören“ und „Mitschwingen“ kann man auf unterschiedliche Weise verstehen. Was ist die Hauptbedeutung dahinter? „Interview: RE:SONANZ Prof. Fredrik Schwenk, Bayreuth
Bayreuth, 27. Mai 2026“
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Auf den Punkt 93: Liebes Mitglied des […] Orchesters!

Foto: de.wikipedia.org Richard Strauss (1864–1949), German composer, silhouette by Hans Schließmann

von Jörn Schmidt

Sie lesen meine Kolumne. Das freut und ehrt mich und zeigt zugleich, dass Sie Selbstreflexion betreiben. Uns verbindet die Liebe zur Musik, doch neulich ist Ihnen die Hutschnur geplatzt. Nach der Lektüre einer Folge meiner Kolumne haben Sie meinem Herausgeber per E-Mail mitgeteilt, dass Ihnen der Tonfall meiner Glosse übelst aufgestoßen sei. Weil Andreas Schmidt, der Herausgeber von klassik-begeistert, es mit dem Quellenschutz ernst nimmt und mir aus diesem Grund Ihren Namen nicht offenlegt, schreibe ich Ihnen auf diesem Wege.

 Was war passiert? Ich habe mich in beanstandeter Folge an dem Dirigat von Maestro [….] abgearbeitet. Für mich fehlten seiner Anleitung Ihres Orchesters Struktur und Groove. Nach meiner Wahrnehmung wurde das, was an Akzenten fehlte, dem unbedingten Schönklang geopfert. „Auf den Punkt 93: Liebes Mitglied des […] Orchesters!
klassik-begeistert.de, 28. Mai 2026“
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„Die Walküre“ in Wien: Bei Pablo Heras-Casado weht ein anderer Wind

Pablo Heras-Casado © Javier Salas

Pablo Heras-Casado kann man eines nicht absprechen: eine deutliche Handschrift. Nachdem er „Das Rheingold“ an der Wiener Staatsoper komplett gegen den Strich gebürstet hatte, nähert sich der Spanier bei der „Walküre“ schon eher der „Normalität“ an. Normal ist bei Wagners Meisterwerk ein gewagtes Wort, aber bislang haben die letzten Ring-Dirigenten keine außergewöhnlichen Dinge aus der Partitur gelesen. Bei Heras-Casado ist das anders.

Richard Wagner, Die Walküre
Erster Tag des Bühnenfestspiels »Der Ring des Nibelungen«

Wiener Staatsoper,
25. Mai 2026

von Jürgen Pathy

Das Vorspiel der „Walküre“ nimmt Pablo Heras-Casado zügig, flott, rasant. Überraschend „normal“, nachdem er das „Rheingold“-Vorspiel in einem enorm langsamen Guss hat formen wollen. Doch danach drückt er der Partitur seinen eigenen Stempel auf. Es sind gar nicht so sehr die Tempi, die er definitiv langsamer wählt als andere. Es ist der Zugang, die Atmosphäre, in der man sich wiederfindet. Es wirkt, als wolle er Wagner spielen lassen wie Barock.

„Richard Wagner, Die Walküre, Pablo Heras-Casado
Wiener Staatsoper, 25. Mai 2026“
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Salzburgs „Il viaggio a Reims“ amüsiert mich köstlich

Ensemble © SF/Monika Rittershaus

Die Party endet in Salzburg nicht auf der Bühne. Sie erfasst das gesamte Haus. Alle Stimmen sind mit einer Lockerheit und Elastizität ausgestattet, die die extremen musikalischen Wendungen Rossinis Komposition mühelos bewältigen. Der Spielwitz ist groß. Die Sängerinnen und Sänger lassen es aussehen und -hören als wäre es ganz leicht.

Il viaggio a Reims (1825)
Dramma giocoso in einem Akt
Komponist Gioachino Rossini

Libretto von Luigi Balocchi, teilweise basierend auf dem Roman Corinne, ou L’Italie von Madame de Staël

Musikalische Leitung Gianluca Capuano
Regie Barrie Kosky
Bühne Rufus Didwiszus
Kostüme Victoria Behr

Corinna   Cecilia Bartoli
Marchesa Melibea   Marina Viotti
Contessa di Folleville   Mélissa Petit
Madama Cortese   Tara Erraught
Cavalier Belfiore   Edgardo Rocha
Conte di Libenskof   Dmitry Korchak
Lord Sidney   Ildebrando D’Arcangelo
Don Profondo   Florian Sempey
Barone di Trombonok   Misha Kiria
Don Alvaro   Peter Kellner

Chœur de l’Opéra de Monte-Carlo
Les Musiciens du Prince – Monaco

Haus für Mozart, Salzburg, 25. Mai 2026

von Frank Heublein

An diesem Abend wird bei den Pfingstfestspielen in Salzburg im Haus für Mozart Gioachinos Rossinis „Il viaggio a Reims“ zum zweiten Mal aufgeführt.

„Gioachino Rossini, Il viaggio a Reims (1825)
Haus für Mozart, Salzburg, 25. Mai 2026“
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Gigantische Stimmen retten einen schier unendlichen „Siegfried“

DOB Siegfried  © Bernd Uhlig

Überlange Unterbrechungen, eine überladene Inszenierung und ein zäher Meta-Wagner drohen diesen Siegfried zur Geduldsprobe zu machen. Donald Runnicles, ein herausragendes Sängerensemble und vor allem Ya-Chung Huang als unwahrscheinlich intensiver Mime verwandeln den Abend schließlich doch in ein nur selten erlebbares Kunstereignis.

Richard Wagner
Siegfried (1876)

Musikalische Leitung: Donald Runnicles

Inszenierung: Stefan Herheim

Deutsche Oper Berlin, 23. Mai 2026

von Arthur Bertelsmann

Mit der guten Auslastung der Walküre kann der Siegfried nicht mithalten – DFB-Pokal-Entschiedspiel und Karneval der Kulturen sei Dank. Dass der dritte Teil des Festspiel zudem als der musikalisch uneingängigste gilt, tut sein Übriges, und so bleiben gute Hundert Plätze verwaist. „Richard Wagner, Siegfried (1876), Donald Runnicles
Deutsche Oper Berlin, 23. Mai 2026“
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So romantisch ist „Die Walküre“ nur selten zu erleben

Walküre DO © Bettina Stöß

Der ehemalige GMD Donald Runnicles überrascht mit einer ungewohnt zarten, hochromantischen Walküre. Getragen vom Wälsungenpaar Elisabeth Teige und Matthew Newlin sowie einem überragenden Jordan Shanahan als gebrochenen Wotan, kann der Abend nahtlos an den starken Auftakt anschließen. Während es musikalisch funkelt, verliert sich Stefan Herheims Inszenierung nun endgültig in Kofferbergen, Statistenchaos und peinlicher Pantomime.

Richard Wagner
Die Walküre (1870)

Siegmund   Matthew Newlin
Hunding   Tobias Kehrer
Wotan   Jordan Shanahan
Sieglinde   Elisabeth Teige
Fricka   Annika Schlicht
Brünnhilde   Trine Møller

Musikalische Leitung  Donald Runnicles

Inszenierung   Stefan Herheim

Deutsche Oper Berlin, 17. Mai 2026

von Arthur Bertelsmann

Keine 20 Stunden ist der Start des handwerklich ausgezeichneten Rheingolds  her, und nun geht es direkt weiter mit dem beliebtesten Teil der Tetralogie, „Der Walküre“. Auch dieser Abend ist nicht  ausverkauft, allerdings scheinen ein paar leere Plätze vom Vortag nun gefüllt worden zu sein. „Richard Wagner, Die Walküre (1870), Donald Runnicles
Deutsche Oper Berlin, 17. Mai 2026“
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"Das Rheingold": Thomas Blondelles Loge ist von absolutem Weltrang

Das Rheingold, Regie: Stefan Herheim, Deutsche Oper Berlin © Bernd Uhlig

Während die Deutsche Oper mit hohen Preisen und überschaubarer Starbesetzung kämpft, überzeugt der musikalische Auftakt des „Rheingold“ unter Donald Runnicles. Eine durchweg starke Sänger-Besetzung entwirrt die handlungsdichte Oper. Stefan Herheims Regieideen wirken hingegen überladen und chaotisch – Augen schließen bleibt die beste Strategie.

Richard Wagner
Das Rheingold (1869)

Musikalische Leitung: Donald Runnicles
Deutsche Oper Berlin

Inszenierung: Stefan Herheim

Deutsche Oper Berlin, 16. Mai 2026

von Arthur Bertelsmann

Während an der Staatsoper zwei Ringzyklen binnen weniger Stunden ausverkauft waren, ist bei der Deutschen Oper am heutigen Abend auch nach über einem Jahr Verkauf noch der ein oder andere Platz freigeblieben.

Grund dürften wohl die gesalzenen Preise – 60 Euro für das Rheingold in der niedrigsten Preisklasse – in Kombination mit der relativ geringen Star-Dichte sein. Und so verwundert es auch nicht sonderlich, dass im Gegensatz zu dem mit internationalen Gästen vollen Lindenoper-Ring im Vorjahr das Deutsche-Opern-Publikum überwiegend aus Berliner Wagnerianern und Opern-Neugierigen besteht. „Richard Wagner, Das Rheingold (1869)
Deutsche Oper Berlin, 16. Mai 2026“
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