Dieses Buch schließt eine empfindliche Lücke der Wien-Literatur

Buchbesprechung:

Ulla Remmer
Das verlorene Vis –à– Vis am Opernring

mandelbaum verlag

von Peter Sommeregger

Selbst für nach dem Krieg geborene Wiener war der so genannte Heinrichshof, gegenüber der Staatsoper am Opernring gelegen, aus Erzählungen der älteren Generation noch ein Begriff. Kurz nach der Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper wurde schließlich 1956 sein Nachfolgebau fertiggestellt, ein nüchternes, schmuckloses Gebäude, typisch für die Zeit. „Buchbesprechung: Ulla Remmer, Das verlorene Vis -à- Vis am Opernring
klassik-begeistert.de, 22. März 2026“
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DIE SONNTAG-PRESSE – 22.  MÄRZ 2026

Imagebilder Salzburger Festspiele 2018 © Neumayr/Leo 21. August 2018

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SONNTAG-PRESSE – 22.  MÄRZ 2026

Serge Dorny wird Präsident von Opernnetzwerk Opera Europa
Serge Dorny, Intendant der Bayerischen Staatsoper, wird neuer Präsident von Opera Europa. Er übernehme damit eine zentrale Rolle im führenden Netzwerk europäischer Opernhäuser und Festivals, teilte die Staatsoper mit. Mit seiner langjährigen internationalen Erfahrung werde Dorny Impulse für die strategische Weiterentwicklung der Organisation geben und die Zusammenarbeit innerhalb der europäischen Opernlandschaft weiter stärken, hieß es. Dorny setze sich seit vielen Jahren dafür ein, die Relevanz der Oper in der heutigen Gesellschaft zu erhalten und weiterzuentwickeln. In diesem Sinne verstehe er Oper als eine Kunstform, die in ihrer Tradition verankert ist und zugleich offen bleibt für neue Perspektiven und gesellschaftliche Entwicklungen.
DieZeit.de

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Blühender blendender Sangesnachwuchs – stimmlich wie spielerisch finde ich den wunderbar!

I due timidi: Julia Schneider, Beatriz Maia, Viktoria Matt, Mose Lee, Rusnė Tušlaitė, Lovro Kotnik, Teodora Ateljević und Haozhou Hu (v.l.n.r.), Bayerische Theaterakademie August Everding © Cordula Treml

Alle Stimmen, die ich an diesem Abend höre, überzeugen mich vollends. Das Pasticcio von Rotas I due timidi und Milhauds Le Pauvre Matelot gelingt sehr gut. Ich persönlich empfinde stärker in I due timidi. Nimmt mich musikalisch wie auch in der Handlung noch mehr mit als der Matrose. Diese beknackte Knallschote hat es nicht anders verdient.

Auf und Ab
Über die unausweichliche Zunahme von Missverständnissen

I due timidi (Radiofassung, 1950)
Komposition   Nino Rota
Libretto   Suso Cecchi D’Amico

Le pauvre matelot op. 92 (1927)
Komposition   Darius Milhaud
Libretto   Jean Cocteau

Musikalische Leitung   Peter Rundel
Inszenierung   Ingo Kerkhof

Münchner Rundfunkorchester

Studierende im Master des Kooperationsstudiengangs Musiktheater / Operngesang der Hochschule für Musik und Theater München und der Bayerischen Theaterakademie August Everding und des Studiengangs Musiktheater an der Kunstuniversität Graz

Prinzregententheater, München, 20. März 2026

von Frank Heublein

An diesem Abend ist die zweite Vorstellung des Opernpasticcios zweier Kurzopern. I due timidi des italienischen Komponisten Nino Rota und Le pauvre matelot des Franzosen Darius Milhaud. Im Prinzregententheater wird eine Produktion des künstlerischen Nachwuchses gezeigt. Studierende der Ludwig-Maximilians-Universität München, Hochschule für Musik und Theater München – beide sind Kooperationsstudiengänge mit der Bayerischen Theaterakademie August Everding – und des Studiengangs Musiktheater an der Kunstuniversität Graz und ein Gast sind an der Produktion beteiligt. „Auf und Ab – I due timidi/Le pauvre matelot
Prinzregententheater, München, 20. März 2026“
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Mahler im Glanzbad – Altinoglus schöne Neunte begeistert

Alain Altinoglu © HR/PhotoWerK 

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 9 D-Dur

hr-Sinfonieorchester
Alain Altinoglu, musikalische Leitung

hr-Sinfonieorchester

Alte Oper Frankfurt, 20. März 2026

von Dirk Schauß

Wer am 20. März 2026 den großen Saal der Alten Oper Frankfurt betrat, wusste um die Fallhöhe. Gustav Mahlers Neunte ist kein Konzertstück wie jedes andere, sondern ein existenzieller Grenzgang, ein Abschiedsbrief in Tönen, der den Hörer eigentlich gezeichnet zurücklassen sollte. Das hr-Sinfonieorchester unter Alain Altinoglu erreichte an diesem Abend eine beeindruckende klangliche Geschlossenheit – und genau darin liegt die Crux dieser Interpretation: Wie viel ästhetischer Glanz verträgt eine Musik, die aus Zerfall und Todesangst geboren wurde? „Alain Altinoglu, hr-Sinfonieorchester, Gustav Mahler 9
Alte Oper Frankfurt, 20. März 2026“
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Beethoven gegen den Zeitgeist: Maximilian Haberstock führt die „Schicksalssymphonie“ zurück zu alter Größe

Maximilian Haberstock, Junges Philharmonisches Orchester München © Maximilian Haberstock

Nun haben bereits zwei Kollegen in den höchsten Tönen von Maximilian Haberstock berichtet. Nach dem Konzert im Münchner Herkulessaal schließe ich nahtlos an diese begeisterten Stimmen an. Beethovens Fünfte, wie man sie selten zu hören bekommt.

Herkulessaal, München, 19. März 2026

Maximilian Haberstock, Dirigent
Maxim Lando, Pianist
Junges Philharmonisches Orchester München

von Jürgen Pathy

Dass man Beethovens Fünfte mit fast 100 Musikern spielt, Oboen doppelt besetzt, das heißt: vier Stück – so etwas hat man seit hundert Jahren nicht mehr erlebt. Es ist bekannt, dass der junge Münchner, 21 ist Haberstock gerade, an die große deutsche Schule der Altmeister anknüpft. Dieser Zugang könnte manchen als opulent, zu kraftvoll angelegt erscheinen, hat jedoch seine völlige Berechtigung.

„Maximilian Haberstock, JPOM, Maxim Lando, Pianist
Herkulessaal, München, 19. März 2026“
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Maximilian Haberstock erobert mit 97 Musikern die Alte Oper

© Bela Raba

Manchmal gibt es diese raren Abende – wie Dienstag, 18. März in der Alten Oper Frankfurt –, an denen die herkömmlichen Maßstäbe der Musikkritik bereits nach den ersten Takten wie mürbes Holz zerbrechen.

Richard Wagner
Vorspiel zu „Die Meistersinger von Nürnberg“

Franz Liszt
Klavierkonzert Nr. 2 A-Dur

Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67

Maxim Lando, Klavier

Junges Philharmonisches Orchester München
Maximilian Haberstock, Leitung

Alte Oper, 18. März 2026


von Dirk Schauß

Was sich dort am Pult und auf den Stühlen abspielte, war der vorläufige Höhepunkt eines außergewöhnlichen Projekts: das Junge Philharmonische Orchester München (JPOM), 2023 von Maximilian Haberstock gegründet – der 2004 geborene Münchner Dirigent, Pianist und Komponist, der bereits als Kind dirigierte und von Mariss Jansons von 2015 bis zu dessen Tod 2019 intensiv als Mentor gefördert wurde. „Maximilian Haberstock JPMO, Maxim Lando, Klavier
Alte Oper, Frankfurt, 18. März 2026“
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Maximilian Haberstock: Auf Furtwänglers Spuren – das weckt große Erwartungen

JPOM,  Maximilian Haberstock © Bela Raba

Richard Wagner: Vorspiel zu „Die Meistersinger von Nünrberg“
Franz Liszt: Klavierkonzert Nr. 2 A-Dur
Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 5 op. 67

Junges Philharmonisches Orchester München

Maxim Lando, Klavier
Maximilian Haberstock, musikalische Leitung

Alte Oper Frankfurt, 18. März 2026

von Kirsten Liese

Zahlreiche Jungdirigenten wie Klaus Mäkelä (30), Patrick Hahn (30), Thomas Guggeis (33) oder Tarmo Peltokoski (25) stehen derzeit hoch in Kurs.Noch jünger, international noch weniger bekannt, aber ein aus meiner Sicht noch größeres Ausnahmetalent ist Maximilian Haberstock. Gerade einmal 21 Jahre alt ist der gebürtige Münchner, der in seinem ganzen Auftreten wie aus einer längst vergangenen Zeit wirkt. Erhaben über modische Trends, etwa Mozart, Beethoven und sogar Wagner im sogenannten Originalklang historischer Aufführungspraxis erkunden zu wollen, steht sein Musikerleben in einer fast vergessenen Tradition, die von Wilhelm Furtwängler bis zu Christian Thielemann reicht.

Zumindest war das der Eindruck eines Konzerts in der Alten Oper Frankfurt, auf der Haberstock mit dem von ihm gegründeten Jungen Philharmonischen Orchester München innerhalb einer kleinen Tournee Station machte. „Maximilian Haberstock JPOM, Maxim Lando, Klavier
Alte Oper Frankfurt, 18. März 2026“
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DIE SAMSTAG-PRESSE – 21.  MÄRZ 2026

© Bela Raba

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DIE SAMSTAG-PRESSE – 21.  MÄRZ 2026

München/Herkulessaal
Beethoven gegen den Zeitgeist: Maximilian Haberstock führt die „Schicksalssymphonie“ zurück zu alter Größe
Nun haben bereits zwei Kollegen in den höchsten Tönen von Maximilian Haberstock berichtet. Nach dem Konzert im Münchner Herkulessaal schließe ich nahtlos an diese begeisterten Stimmen an. Beethovens Fünfte, wie man sie selten zu hören bekommt.
Von Jürgen Pathy
Klassik-begeistert.de

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Mehr Walton wagen!

Kazuki Yamada, William Walton, Symphonies 1, 2; Orb and Sceptre

CD/Blu-ray Besprechung:

Kazuki Yamada legt für sein DG-Debüt eine souverän musizierte Walton-CD mit dem CBSO vor.

Deutsche Grammophon, DG 486 8227

William Walton (1902-1983) – Sinfonien 1 & 2; Orb and Sceptre

City of Birmingham Symphony Orchestra
Kazuki Yamada, Dirigent

von Brian Cooper, Bonn

Haben wir ein Walton-Jahr? Tatsächlich nein, aber es scheint, als würde dieser Tage allenthalben, allmählich, mehr von diesem spannenden englischen Komponisten gespielt.

Klaus Mäkelä bringt in seiner kommenden ersten Europa-Tournee mit dem Chicago Symphony Orchestra im Januar 2027 sogar Belshazzar’s Feast auf die Bühne, mit dem grandiosen Solisten Thomas Hampson, der das Werk bereits 1997 mit Simon Rattle und dem City of Birmingham Symphony Orchestra aufnahm. „CD/Blu-ray Besprechung: William Walton, Sinfonien 1 & 2; Orb and Sceptre, Kazuki Yamada
klassik-begeistert.de, 20. März 2026“
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Mein Dancesoap-Tagebuch, Teil III: Minutemade-Fieber – ich bin ganz heiß!

Fotos: © Marie-Laure Briane Choreografie Anne Jung. Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Wogende Körper flechten ein unsichtbares Band zu mir. Noch stärker als beim ersten Mal. In der letzten Choreografie ziehen die Tänzerinnen und Tänzer Elastizität bis ins letzte Zehenglied hinein. Treiben so die Bewegung an die letzte Nervenbahn ihrer Extremitäten. Ich spüre es.

Minutemade Act Three

Uraufführung
Choreografie Dorotea Saykaly I Anne Jung

Ballettcompagnie des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Staatstheater am Gärtnerplatz, München, 19. März 2026

von Frank Heublein

Dies ist der dritte Donnerstag, liebes Dancesoap Tagebuch. Ich sehe zum zweiten Mal Dorotea Saykalys Choreografie Signals. Dieses Mal sitze ich an einem Eck und nicht mittig. Ich mag den Perspektivwechsel, die neue Sicht.

So fällt mir auf, dass in der ersten Gruppenaufstellung die Tänzerinnen und Tänzer nach Größe geordnet sind – was dem Fluss der Körper, die zu einem wogenden Ganzen werden, eine abfallende und aufstrebende Wirkung gibt. Die nehme ich in der Sitzposition an diesem Abend deutlicher wahr. Die gespannte Körperlichkeit wirkt noch ganzheitlicher, sie überträgt sich auf mich, flechtet ein unsichtbares Band zwischen mir und den Tänzerinnen und Tänzer. Spürt ihr das auch? „Minutemade Act Three, Uraufführung, Teil III
Staatstheater am Gärtnerplatz, München, 19. März 2026“
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