Wagner-Bass Pape überzeugt auch poetisch und sanft

Staatsoper Berlin © Jiyang Chen

KAMMERKONZERT VII: RENÉ PAPE mit ROBERT SCHUMANNs Liederzyklus „Dichterliebe“, op. 48 – Uraufführung der Bearbeitung für Streichsextett und Klavier von ELIAS CORRINTH

Staatsoper Unter den Linden, 20. Mai 2026

von Dr. Ingobert Waltenberger

Der 24. IKK BB Berliner Firmenlauf gestern brachte nicht nur Firmen, Teams, Skater, Walker und Läufer rund um das Brandenburger Tor zusammen, er sorgte für ein veritables Verkehrschaos. Knapp haben wir es geschafft, um 20 Uhr im Apollosaal der Staatsoper Unter den Linden für ein wahrlich tolles Kammermusikkonzert angekommen zu sein. Einige Plätze an der Seite blieben trotz „Ausverkauft“ frei. Da haben einige dem Verkehrsinfarkt offenbar Tribut zollen müssen. „René Pape, Robert Schumanns Liederzyklus „Dichterliebe“
Staatsoper Unter den Linden, 20. Mai 2026“
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Eleganz, Grazilität und Ernst: Riccardo Muti lässt Haydn in neuem Licht erstrahlen

Riccardo Muti  © Todd Rosenberg

Das vollbringt nur Riccardo Muti, ein grandioser Abend mit Haydn pur. Der nicht enden wollende Beifall am Ende – wo gab es für eine Haydn-Sinfonie schon einmal Bravorufe? – zeigte, dass dem Wiener Publikum auch die sublimen Qualitäten des Musizierens nicht verborgen blieben.

Joseph Haydn
Symphonie B-Dur Hob. I:102

Symphonie Es-Dur, Hob. I:103
„Mit dem Paukenwirbel“

Symphonie D-Dur, Hob. I:104 „Salomon“

Wiener Philharmoniker
Riccardo Muti, musikalische Leitung

Musikverein Wien, 21. Mai 2026

von Kirsten Liese

Wo gibt es das schon, dass an einem Abend ausschließlich Sinfonien von Joseph Haydn geboten werden? Kann mich nicht erinnern, ein solches Programm jemals erlebt zu haben. Und selbst in Wien, wo der produktive Komponist, der 104 Sinfonien schrieb, 1809 starb, sind seine Werke üblicherweise mehr als kleine Aufwärmübung zu Beginn eines Konzerts zu hören. „Wiener Philharmoniker, Riccardo Muti, Joseph Haydn
Musikverein Wien, 21. Mai 2026“
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Thielemann führt auch die zweite Berliner „Schweigsame Frau“ zum Erfolg

Die schweigsame Frau, Staatsoper Berlin © Bernd Uhlig

Ein Jahr nach der Premiere begeistert die Staatsoper Unter den  Linden
mit Richard Strauss’ leider recht rarem Werk „Die schweigsame Frau“.
Dieser köstliche und musikalisch exzellente Strauss-Abend stand dessen deutlich populäreren Werken um nichts nach.

Die schweigsame Frau
Musik von Richard Strauss
Text von Stefan Zweig nach Ben Johnson

Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 21. Mai 2026

von Johannes Karl Fischer

Bereits mit der Premierenserie von Strauss’ Die schweigsame Frau letzten Sommer – übrigens die Erstaufführung dieses Werks überhaupt an der Lindenoper – hatten Christian Thielemann und sein Gesangensemble für Furore gesorgt. In fast identischer Besetzung kehrte das Werk nun zurück und lieferte einen ähnlich stimmigen Strauss-Abend wie die Kassenknaller Rosenkavalier, Elektra, Salome. Diese köstliche Komödie verdient dringend einen Stammplatz auf den Spielplänen der Opernwelt! „Richard Strauss, Die schweigsame Frau
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 21. Mai 2026“
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Menschen waren ihr genauso wichtig wie die Musik

Bettina Taheri-Zacher, Quelle: Facebook

„Es regnete in Strömen. Dann erschien plötzlich ein wunderschöner Regenbogen. Kurz danach kam die Sonne heraus und hat sie in den Himmel getragen. Und das zur Prime Time. Anders hätte es Bettina nicht gewollt.“  – So beschreibt Bettinas Familie auf Facebook ihren Tod am Himmelfahrtstag, 14. Mai 2026. Sie war 52 Jahre alt. Bettina Taheri-Zacher bleibt in meiner Erinnerung vor allem als wunderschöne Frau, deren innere Schönheit sich in ihrem äußeren Erscheinungsbild widergespiegelt hat.

Nach dem Studium in Detmold war sie als Soloflötistin an der Oper von Manaus in Brasilien tätig. Dann wechselte sie in den Medien- und Kulturbereich. Sie war Chefredakteurin der Musikredaktion bei Klassik Radio, beim Saarländischen Rundfunk und zuletzt bei NDR Kultur. Für ihre Arbeit hat sie unter anderem den Deutschen Rundfunkpreis erhalten. „Nachruf auf Bettina Taheri-Zacher
klassik-begeistert.de, 19. Mai 2026“
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DIE FREITAG-PRESSE – 22. MAI 2026

Walküre DO © Bettina Stöß

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE FREITAG-PRESSE – 22. MAI 2026

Berlin/Deutsche Oper
So romantisch ist „Die Walküre“ nur selten zu erleben
Der ehemalige GMD Donald Runnicles überrascht mit einer ungewohnt zarten, hochromantischen Walküre. Getragen vom Wälsungenpaar Elisabeth Teige und Matthew Newlin sowie einem überragenden Jordan Shanahan als gebrochenen Wotan, kann der Abend nahtlos an den starken Auftakt anschließen. Während es musikalisch funkelt, verliert sich Stefan Herheims Inszenierung nun endgültig in Kofferbergen, Statistenchaos und peinlicher Pantomime.
Von Arthur Bertelsmann
Klassik-begeistert.de

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Bariton Mattia Olivieri erklärt, was das Problem mit Verdis Trinklied ist… Teil I

Mattia Olivieri © instagram

Mattia Olivieri reiht sich gerade ein in die Tradition großer italienischer Baritone wie Leo Nucci und Lucio Gallo. Engagements führten ihn an die größten Häuser, wie an das Teatro alla Scala Mailand, die Wiener Staatsoper, die Royal Opera Covent Garden London und die Metropolitan Opera New York. Im Mai 2026 fand der Italiener den Weg nach Hamburg, im Lastenheft stand Figaro aus Gioachino Rossinis Il barbiere di Siviglia. Am Tag vor der umjubelten Premiere (Inszenierung: Tatjana Gürbaca) haben wir an der Hamburgischen Staatsoper ein sehr entspanntes Gespräch geführt über Popstars, Ohrwürmer, Sixpacks und Cardio-Training. Zu Rossini kommen wir erst in Teil II…

Jörn Schmidt im Gespräch mit Mattia Olivieri (Teil I)

klassik-begeistert: Buongiorno, Signor Olivieri. Sie sehen phantastisch aus, wie ein Popstar – ist das ein guter Einstieg in unser Gespräch oder ein vergiftetes Kompliment?

Mattia Olivieri: Ich sehe, Sie haben die Pressemappe gelesen…

klassik-begeistert: Ja, da stand, dass Sie sich ursprünglich am Konservatorium in Bologna eingeschrieben hatten, um zu lernen, wie man Popsongs schreibt. Dann aber hat Ihr Professor Sie in die Oper geschickt, es gab Il barbiere di Siviglia von Gioachino Rossini… „Interview: kb im Gespräch mit Mattia Olivieri, Bariton, Teil I
Hamburgische Staatsoper, 22. Mai 2026“
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Andris Nelsons zelebriert die deutsch-russische Freundschaft

Foto: Archiv, Gewandhaus zu Leipzig, Andris Nelsons © Gert Mothes

„Was der Politik oft verwehrt bleibt, gelingt der Musik mühelos: Sie verbindet die Menschen“

Im Musikverein Wien wurden an zwei Abenden sowohl russische als auch deutsche Meisterwerke gespielt. Jedes in singulärer Qualität. Geleitet von Andris Nelsons, der aus der ehemaligen Sowjetrepublik Lettland stammt – auf historisch heiklem Boden.

Sergej Rachmaninow:
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 in c-moll, op. 18
Solistin: Yuliana Adeeva, Klavier

Dmitrij Schostakowitsch:
Symphonie Nr. 10 in c-moll, op. 93
Musikverein Wien, 18. Mai 2026

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Robert Schumann:
Symphonie Nr. 1 in B-Dur, op. 38 „Frühlingssymphonie“

Richard Wagner:
Die Walküre, 1. Aufzug

Sarah Wegener, Sopran (Sieglinde)
Klaus Florian Vogt, Tenor (Siegmund)
Vitalij Kowaljow, Bass (Hunding)

Musikverein Wien, 19. Mai 2026

Gewandhausorchester Leipzig
Andris Nelsons, musikalische Leitung

von Herbert Hiess

Andris Nelsons ist am Höhepunkt seiner Karriere.

Im Gegensatz zu jüngeren Kollegen setzt er nicht auf oberflächliche Effekte, sondern respektiert die Komponisten und die Orchester. Was in seinem Dirigat deutlich hörbar ist. „Gewandhausorchester Leipzig, Andris Nelsons, musikalische Leitung
Musikverein Wien, 18./19. Mai 2026“
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Das Huelgas Ensemble lässt den Lärm des Tages verstummen

Huelgas Ensemble (Foto Andreas Ströbl)

„Ars moriendi“, also die „Kunst des Sterbens“, bezeichnet eine spätmittelalterliche Literaturgattung, durch die die Menschen lernen sollten, sich auf einen guten Tod vorzubereiten. Doch was ist ein „guter Tod“? Für die Menschen früherer Jahrhunderte hing das richtige Sterben immer mit einer entsprechenden Lebensführung zusammen. Vor allem wurde der Tod als das Tor zu einem besseren Leben verstanden. Wie das musikalisch vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit funktioniert hat, machte das Huelgas Ensemble unter seinem Leiter Paul Van Nevel am 20. Mai 2026 im Großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie beeindruckend erlebbar.

„Memento mori”, Werke vom hohen Mittelalter bis zum Barock
Internationales Musikfest Hamburg

Huelgas Ensemble
Paul Van Nevel, musikalischer Leiter

Elbphilharmonie, Hamburg, 20. Mai 2026

von Dr. Andreas Ströbl

„Das Leben ist der Beginn der Ewigkeit“

Auf wunderbar sympathische und humorvolle Art erklärte Paul Van Nevel, Gründer und musikalischer Leiter des Huelgas Ensembles, wie das denn war mit dem Leben und dem Sterben vor vielen Jahrhunderten. In der Einführung ging es darum, wie man früher den Tod begriff: „Das Leben ist der Beginn der Ewigkeit“, so Van Nevel, und der Tod eben nur eine Übergangsstation. Vielleicht klingen deswegen all die Klagelieder und Begräbnisgesänge dieser Zeit nie depressiv, sondern tragen etwas in sich, was uns heute fremd geworden ist: Schicksals- und Gottergebenheit, verbunden mit der Hoffnung auf ein besseres „Danach“. „Internationales Musikfest Hamburg, Huelgas Ensemble, Paul Van Nevel
Elbphilharmonie, Hamburg, 20. Mai 2026“
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Beethoven drängt und Mahler verweilt – Jonathan Nott im Wiesbadener Kurhaus

Jonathan Nott © Guillaume Megevand

Die Internationalen Maifestspiele lieben die große Geste, und das Staatstheater Wiesbaden liefert sie prompt. Für das siebte Sinfoniekonzert kehrte ein alter Bekannter an das Pult des Hessischen Staatsorchesters zurück, der hier vor gut drei Jahrzehnten seine ersten substanziellen Sporen verdiente. Jonathan Nott, inzwischen auf den Chefstühlen der Musikwelt angekommen und designierter Lenker des Gran Teatre del Liceu in Barcelona, suchte die Begegnung mit der eigenen Vergangenheit.

Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 1 D-Dur „Der Titan“

Hessisches Staatsorchester Wiesbaden
Jonathan Nott, musikalische Leitung

Kurhaus Wiesbaden, 20. Mai 2026

von Dirk Schauß

Auf dem Spielplan stand ein reines D-Dur-Programm, das den weiten Bogen von der Wiener Klassik bis an die Schwelle der Moderne schlug. Wer den Abend aufmerksam verfolgte, erlebte zwei völlig unterschiedliche Dirigentenpersönlichkeiten in Personalunion. „Mahler und Beethoven, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden, Jonathan Nott
Kurhaus Wiesbaden, 20. Mai 2026“
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Neugart und Nittka überzeugen mich: diese Liebe ist der Wahnsinn!

André Benndorff, Elisabeth Nittka und im Videobild Annika Neugart © Julian Baumann

Neukomposition Eurydike und Orpheus: die Musik langweilt. Das Duo Neugart – Nittka überzeugt mich: diese Liebe ist der Wahnsinn!

Die Musik versorgt das Theater nicht mit der notwendigen dramatischen Führung: für mich scheitert damit das Stück als Musiktheater. Im Theater mit Gesang vermögen die schauspielenden Sängerinnen Annika Neugart als Eurydike und Elisabeth Nittka als Orpheus die bedingungslose wahnsinnige Liebe stimmlich zum Strahlen zu bringen. Das Stück insgesamt können sie selbst durch ihren großartigen Einsatz nicht retten.

Eurydike und Orpheus
Musiktheater über die Hoffnung auf unsterbliche Liebe

Komposition   Jan Duszyński
Libretto   Robert Bolesto

Regie   Anna Smolar
Bühne & Kostüme   Anna Met

Eurydike   Annika Neugart
Orpheus   Elisabeth Nittka
Amor   André Benndorff
Hades    Franziska Hartmann

Kammerspiele, München, 20. Mai 2026

von Frank Heublein

An diesem Abend wird das Stück Eurydike und Orpheus von Komponist Jan Duszyński und Librettist Robert Bolesto zum zweiten Mal in den Kammerspielen in München aufgeführt. Die beiden haben die bekannte Geschichte für die Kammerspiele umgeschrieben, allerdings im emotionalen Kern weniger stark als die Umdrehung der Namen im Titel es vermuten lässt. „Eurydike und Orpheus, Jan Duszyński/Robert Bolesto
Kammerspiele, München, 20. Mai 2026“
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