Zwischen den Sätzen 6: Karasek schickt Tannhäuser mal wieder ins Bordell

Daniel Karasek (c) Theater Kiel

Kiel ist eine Hafenstadt, dort gibt’s sicher auch ein Bordell. Bevor Sie fragen, ob das Daniel Karasek, den großartigen Generalintendanten des Theaters Kiel, für die Neuproduktion des lang ersehnten Kieler Tannhäuser inspiriert hat oder gar Recherche vor Ort von Nöten war: Das weiß ich nicht und tut auch nichts zur Sache. Hier geht es nur darum, wo Karasek den ersten Aufzug angesiedelt hat: Im Milieu eines zeitgenössischen Bordells.

Richard Wagner   Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg

(Pariser Fassung)

Philharmonisches Orchester Kiel
Opernchor des Theaters Kiel

Felix Pätzold   Dirigent

Daniel Karasek   Regie

Opernhaus des Theaters Kiel  4. Oktober 2026

von Jörn Schmidt „Zwischen den Sätzen 6: Karasek schickt Tannhäuser mal wieder ins Bordell
Theater Kiel, 4. Oktober 2026“
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Michael Spyres, Jakub Józef Orliński und Louise Alder ernten Jubelstürme

Louise Alder als Semele © Geoffroy Schied


Drei Jahre nach der Festspielpremiere im Prinzregententheater zieht Semele ins angestammte Nationaltheater um. Mit großartigem Erfolg. Sängerisch überzeugend allen voran Louise Alder mit tollem Timbre. Das Orchester hält die Spannung aufrecht, ist dynamisch. Ein bisschen Komik, ein bisschen Rache, ein bisschen Action, natürlich viel Dramatik. Lohnt sich.

Nationaltheater, München, 25. September 2026

Semele
Oper nach Art eines Oratoriums (1743)

Komponist  Georg Friedrich Händel
Libretto nach  William Congreve

Musikalische Leitung  Leonardo García Alarcón

Inszenierung  Claus Guth
Bühne  Michael Levine

Semele  Louise Alder
Jupiter  Michael Spyres
Athamas  Jakub Józef Orliński
Juno  Marina Viotti
Ino  Avery Amereau
Wedding Planer / Iris  Sarah Dufresne
Cadmus/Somnus  Sam Carl

Bayerisches Staatsorchester
Bayerischer Staatsopernchor
Opernballett der Bayerischen Staatsoper

von Frank Heublein

„Georg Friedrich Händel, Semele, Michael Spyres und Jakub Józef Orliński
Nationaltheater, München, 25. September 2026“
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PREMIERE SEMPEROPER: Dresdner Publikum feiert „Un ballo in maschera“ mit frenetischem Beifall

Semperoper Dresden, 4. Oktober 2026

Giuseppe Verdi, Un ballo in maschera

Musikalische Leitung:  Daniele Gatti
Sächsische Staatskapelle Dresden
Inszenierung:  Angela Denoke
Bühne/Kostüme:  Tino Dintler/Okarina Peter

Riccardo   Francesco Meli
Renato       Germán Enrique Alcántara
Amelia       Nicole Car
Ulrica         Yulia Matochkina
Oscar          Rosalia Cid

von Henriette Müller

Womit vermag ein Regisseur heutzutage das Publikum ins Theater zu locken und gleichzeitig zu Beifallsstürmen hinzureißen?

Angela Denoke hat offenbar den Schlüssel dazu gefunden!

Selbst als Opernsängerin tätig, kann sie natürlich aus ihrer eigenen reichen Erfahrung schöpfen.

„Giuseppe Verdi, Un ballo in maschera
Semperoper Dresden, 4. Oktober 2026“
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John Crankos Ballett Onegin altert nicht

Anastasiia Turianska (Madame Larina, Mutter von Tatjana und Olga), Johannes Goldbach (Fürst Gremin), SeoHyeon Jeong (Tatjana), Richard House (Onegin), Soomin Kim (Olga), Joseph Ducille (Lenski), Andrea Hilger (Amme) (Foto: RW)

Das Bühnenbild schuf Jürgen Rose. Es ist sicher einer der schönsten Ballettdekorationen, die man heute noch sehen kann. Allein das lohnt schon den Weg nach Dresden. Vom Tänzerischen her nahm SeoHyeon Jeong als Tatjana für sich ein. Wie sie sich im ersten großen Pas de deux von ihrem Partner herumwirbeln ließ, war beeindruckend, auch darstellerisch durchlebte sie ihre Partie überzeugend.

Onegin, Ballett von John Cranko in drei Akten nach Alexander Puschkin

Choreographie und Inszenierung:  John Cranko
Bühne und Kostüme:  Jürgen Rose
Ausstattung:  Originalproduktion des Hamburg Ballett

Musik:  Pjotr Iljitsch Tschaikowsky, eingerichtet und instrumentiert von Kurt-Heinz Stolze

Sächsische Staatskapelle Dresden, Leitung:  Simon Hewett

Semperoper Ballett, 5. Oktober 2026

von Dr. Ralf Wegner „Onegin, Ballett von John Cranko nach Alexander Puschkin
Semperoper Ballett, 5. Oktober 2026“
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Daniels Anti-Klassiker 51: Sind Modest Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ wirklich so genial?

Neale Osborne – Modest Mussorgsky Russian composer 1839-1881 – (MeisterDrucke)

Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.

Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Durch die Promenade schreitet man von einem Gemälde zum anderen, lässt es auf sich wirken und genießt. Was gut in einem Museum stattfinden könnte, lässt sich in der Komposition „Bilder einer Ausstellung“ auch musikalisch nachempfinden. Aber Moment – wer das Werk kennt, weiß, dass davon zwei Versionen bekannt sind und sogar noch mehr existieren. Doch welche ist nun eigentlich die legitime, das „wahre“ Werk? „Daniels Anti-Klassiker 51: Modest Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“
klassik-begeistert.de, 7. Oktober 2026“
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DIE MITTWOCH-PRESSE – 7. OKTOBER 2026

Lohengrin – Nadja Stefanoff, Corby Welch © Andreas Etter

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MITTWOCH-PRESSE – 7. OKTOBER 2026

Mainz/Staatstheater
Ein Schwanenritter sprengt die blaue Steinwand
Wer am Staatstheater Mainz eine jener üblichen Regietheater-Entgleisungen befürchtet hatte, bei denen der Schwanenritter im Jogginganzug einmarschiert oder als Bundeswehr-Rekrut über die Vorstadtbühne robbt, durfte am Ende erleichtert durchatmen. Regisseur Erik Raskopf wählte für Richard Wagners romantische Oper einen gänzlich anderen, verblüffend werkdienlichen Weg.
Von Dirk Schauß
Klassik-begeistert.de

„DIE MITTWOCH-PRESSE – 7. OKTOBER 2026“ weiterlesen

PREMIERE LOHENGRIN: Ein Schwanenritter sprengt die blaue Steinwand

Fotos © Andreas Etter

PREMIERE +++ Lohengrin +++ Staatstheater Mainz, 4. Oktober 2026

Wer am Staatstheater Mainz eine jener üblichen Regietheater-Entgleisungen befürchtet hatte, bei denen der Schwanenritter im Jogginganzug einmarschiert oder als Bundeswehr-Rekrut über die Vorstadtbühne robbt, durfte am Ende erleichtert durchatmen. Regisseur Erik Raskopf wählte für Richard Wagners romantische Oper einen gänzlich anderen, verblüffend werkdienlichen Weg. 

Richard Wagner    Lohengrin

Musikalische Leitung:   Gabriel Venzago

Inszenierung und Kostüme:   Erik Raskopf
Bühne und Video:   Christoph Schubiger
Licht:  Frederik Wollek
Kampfchoreografie:   Atef Vogel
Choreinstudierung:   Sebastian Hernandez-Laverny
Dramaturgie:   Sonja Westerbeck

Chor und Extrachor des Staatstheater Mainz
Statisterie des Staatstheater Mainz
Philharmonisches Staatsorchester Mainz

Premiere am Staatstheater Mainz, 4. Oktober 2026

von Dirk Schauß

„Richard Wagner, Lohengrin, Gabriel Venzago Dirigent
PREMIERE Staatstheater Mainz, 4. Oktober 2026“
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Wenn der Opernbass auf die elektrische Gitarre trifft

Fotos © Marc Rohde

 

KONZERT von Alexander Liver & Friends
Herceg Novi (Montenegro) / Hotel Maksim, 3. Oktober 2026

Herceg Novi, 3. Oktober 2026. Eigentlich sollte Alexander Liver an diesem Abend im Dvorana Park auftreten. Wenige Tage vor dem Konzert teilte das Kulturamt Herceg Novi über Instagram mit, dass die Veranstaltung ins Hotel Maksim nach Meljine verlegt worden war.

Wir sind um 19.40 Uhr dort und zunächst die einzigen Gäste. Im Raum wird noch geprobt. Gegen 20 Uhr erfahren wir, dass das Konzert erst um 20.30 Uhr beginnen soll. Bis dahin kommen noch etwa 16 weitere Besucher. Nach unserem Eindruck sind fast alle Russen.

„Alexander Liver & Friends
Herceg Novi (Montenegro) / Hotel Maksim, 3. Oktober 2026“
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PREMIERE Wiener Staatsoper: Asmik Grigorian bringt Zemlinsky und Bartók zum Glühen

Dmitry Golovnin, Asmik Grigorian und Christopher Maltman im Bühnenbild von Zemlinskys “Eine Florentinische Tragödie” © Wiener Staatsoper/Marcel Urlaub

PREMIERE ++++ EINE FLOREN­TINISCHE TRAGÖDIE/HERZOG BLAUBARTS BURG ++++ Wiener Staatsoper, 3. Oktober 2026

Vasily Barkhatovs originelles Regiekonzept verbindet Zemlinskys „Florentinische Tragödie“ und Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“ zu einem psychologischen Beziehungsdrama. Christopher Maltman, Asmik Grigorian, Dmitry Golovnin, Florian Boesch und das Orchester unter Alain Altinoglu sorgten für eine musikalisch großartige Produktion. Die Regie ist fast durchgehend schlüssig; das Ende des „Blaubarts“ überzeugte mich nicht ganz.

Wiener Staatsoper, 3. Oktober 2026 PREMIERE

Alexander Zemlinsky

Eine Florentinische Tragödie

Text:  Oscar Wilde, in der deutschen Übersetzung von Max Meyerfeld

Guido Bardi:  Dmitry Golovnin
Simone:  Christopher Maltman
Bianca:  Asmik Grigorian

Béla Bartók

Herzog Blaubarts Burg (A kékszakállú herceg vára)

Text:  Béla Balázs

Herzog Blaubart:  Florian Boesch
Judith:  Asmik Gregorian

 Orchester der Wiener Staatsoper

Musikalische Leitung:  Alain Altinoglu
Inszenierung:  Vasily Barkhatov
Bühne:  Christian Schmidt
Kostüm:  Stefanie Seitz
Licht:  Alexander Sivaev
Video:  Roland Horvath

von Dr. Rudi Frühwirth

„Eine Florentinische Tragödie/Herzog Blaubarts Burg
Wiener Staatsoper, 3. Oktober 2026 PREMIERE“
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PREMIERE MOZART: Eine zauberhafte Zauberflöte bringt das Publikum zum Träumen

Tamino © Matthias Jung

PREMIERE +++ Die Zauberflöte +++ Theater Bonn, Opernhaus, 3. Oktober 2026

Die Oper in Bonn beginnt ihre Saison mit einer zauberhaften Aufführung der Oper DIE ZAUBERFLÖTE von W. A. Mozart, als Übernahme einer Produktion der Opéra Royal du Château de Versailles und der Opéra Royal de Wallonie-Liège.

Die Inszenierung von Julien Lubeck und Cécile Roussat erzählt die Handlung als Traum eines Jungen namens Tamino. In dieser märchenhaften szenischen Darstellung überzeugt ein sehr homogenes Gesangensemble unter der Leitung von Daniel Johannes Mayr.

Theater Bonn, Opernhaus, 3. Oktober 2026

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
DIE ZAUBERFLÖTE

Große Oper in zwei Aufzügen (Libretto von Emanuel Schikaneder)

Musikalische Leitung:  Daniel Johannes Mayr

Inszenierung:  Julien Lubeck, Cécile Roussat
Bühne:  Julien Lubeck, Élodie Monet, Cécile Roussat
Kostüme:  Julien Lubeck, Cécile Roussat, Sylvie Skinazzi

von Jean-Nico Schambourg

„Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Die Zauberflöte
PREMIERE Theater Bonn, Opernhaus, 3. Oktober 2026“
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