Lloyd Riggins: „Man muss als Tänzer in den Fluss springen und die Rolle annehmen“, Teil I: Der Tänzer

Lloyd Riggins am 8. April 2026  beim Interview in seinem Büro im Ballettzentrum Hamburg John Neumeier (Foto: RW)

In Hamburg war es unter John Neumeier moderner, irgendwie lebendiger, lebensnaher. Jedes weitere Ballett von ihm war wie neu, so als ob ein anderer Choreograph am Werk gewesen sei.

klassik-begeistert im Gespräch mit Lloyd Riggins, dem künstlerischen Ballettdirektor des Hamburg Balletts, Teil I

von Dr. Ralf Wegner

Lloyd Riggins wurde 1969 in New York geboren, zum Tänzer allerdings in Orlando, Florida, ausgebildet. Ab 1987 tanzte er beim Königlich Dänischen Ballett. 1995 engagierte John Neumeier ihn als Ersten Solisten nach Hamburg. In dieser Position wirkte er nominell noch bis 2024, arbeitete aber seit 2009 bereits als Ballettmeister und hatte seit 2015 unter John Neumeier auch die Position als Stellvertretender Ballettdirektor inne.

2004 wurde Lloyd Riggins als Tänzer mit dem unter dem Patronat der Unesco stehenden Ballettpreis, dem Prix Benois de la Danse, ausgezeichnet. Seit 2025 ist er Interimistischer Künstlerischer Ballettdirektor beim Hamburg Ballett.

„kb im Gespräch: Lloyd Riggins, Teil I, Der Tänzer
Hamburgische Staatsoper, 25. April 2026“
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Christiane Karg liefert in "The Turn of the Screw" eine Wahnsinnsvorstellung

Christiane Karg © Gisela Schenker

Die Staatsoper Berlin lehrt uns das Gruseln und vertraut ganz auf die Macht der Musik. Das Eigentliche bleibt unsichtbar. Die Spannung schraubt sich bis zur letzten Minute immer höher. Wir werden hineingezogen in den Abgrund einer kranken Seele. Die Inszenierung beflügelt unsere Phantasie, das Grauen wächst.

Benjamin Britten
„The Turn of the Screw“

Musikalische Leitung: Finnegan Downie Dear

Inszenierung: Claus Guth
Bühne/Kostüme: Christian Schmidt

Prologue, Peter Quint: Andrew Dickinson
Governess: Christiane Karg
Miles: Nicolò Balducci
Flora: Regina Koncz
Mrs. Grose: Rosie Aldridge

Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 21. April 2026

von Petra und Dr. Guido Grass

Benjamin Brittens Oper „The Turn of the Screw“ basiert auf der gleichnamigen Novelle von Henry James. Die Oper wertet nicht und ermöglicht eine offene Deutung der Handlung.

Geister oder schizophrene Wahnvorstellung?

Die Inszenierung von Claus Guth für die Staatsoper Unter den Linden von 2014 wählt einen sehr schlüssigen und überzeugenden Zugang. Immer tiefer werden wir in die Gedankenwelt der jungen Gouvernante hineingezogen. Das Idyll des Landsitzes, in dem sie allein für die Erziehung zweier Waisen sorgen soll, entpuppt sich mehr und mehr als Horrorhaus. Zunächst sind ihre Ängste und Selbstzweifel sehr verständlich, soll sie doch als junge Frau ein große Verantwortung übernehmen. Selbst repressiv erzogen, sucht sie zwanghaft nach vermeintlichen Vergehen. Ihre eigenen Bedürfnisse unterdrückend, wird sie zur Inquisitorin und wühlt in der Vergangenheit. „Benjamin Britten, The Turn of the Screw
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 21. April 2026“
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DIE SAMSTAG-PRESSE – 25. APRIL 2026

Yoel Gamzou (musikalische Leitung) mit Dovlet Nurgeldiyev, Jane Archibald, Alexander Roslavets und Narea Son (Foto: RW)

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DIE SAMSTAG-PRESSE – 25. APRIL 2026

Hamburg/Staatsoper
Selten habe ich den Max so schön gesungen gehört …
… wie in dieser Freischütz-Serie. Die Inszenierung von Andreas Kriegenburg hat sich eingespielt, sie ist im besten Sinne konservativ, ohne zeitgebunden zu wirken. Nicht zu vergessen ist die Sprechrolle des Samiel. Der schlanke biegsame Schauspieler Clemens Sienknecht  beherrscht  mit seiner Präsenz und Aura nahezu während der gesamten Aufführung die Bühne, und ohne dabei die Rolle zu überzeichnen oder zu dramatisieren.
Von Dr. Ralf Wegner
Klassik-begeistert.de

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Selten habe ich den Max so schön gesungen gehört ...

William Desbiens (Kilian), Andrew Hamilton (Ottokar), Jane Archibald (Agathe), Dovlet Nurgeldiyev (Max), Alexander Roslavets (Caspar), Narea Son (Ännchen), Clemens Sienknecht (Samiel), Hubert Kowalczyk (Ein Eremit), Chao Deng (Cuno) (Foto: RW)

wie in dieser Freischütz-Serie

Die Inszenierung von Andreas Kriegenburg hat sich eingespielt, sie ist im besten Sinne konservativ, ohne zeitgebunden zu wirken. Nicht zu vergessen ist die Sprechrolle des Samiel. Der schlanke biegsame Schauspieler Clemens Sienknecht  beherrscht  mit seiner Präsenz und Aura nahezu während der gesamten Aufführung die Bühne, und ohne dabei die Rolle zu überzeichnen oder zu dramatisieren.

Der Freischütz, romantische Oper in drei Aufzügen
Komposition:  Carl Maria von Weber

Inszenierung:  Andreas Kriegenburg

Bühne:  Harald B. Thor
Kostüme:  Andrea Schraad

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Musikalische Leitung:  Yoel Gamzou

Hamburgische Staatsoper, 23. April 2026

von Dr. Ralf Wegner

Webers Freischütz bietet eine Fülle eingängiger Melodien zwischen einfachem Liedhaften und großer Arie. Was bei der Hamburger Premiere im Jahre 2024 noch fehlte, ein gesanglich überzeugender Max und ein Geistlicher, dessen Stimme nicht im Orchester untergeht, wurde aktuell mit Dovlet Nurgeldiyev als Max und Hubert Kowalczyk als Eremit auf das Schönste eingelöst. „Carl Maria von Weber, Der Freischütz
Hamburgische Staatsoper, 23. April 2026“
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DIE FREITAG-PRESSE – 24. APRIL 2026

Jonas Kaufmann © Julian Hargreaves / Sony Classical

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DIE FREITAG-PRESSE – 24. APRIL 2026

Jonas Kaufmann und Malin Byström feiern die austro-ungarische Operette
Die “silberne” Ära der Wiener Operette wurde maßgeblich durch zwei ungarische Komponisten geprägt: Franz Lehár und Emmerich (Imre) Kálmán. Das Programm der Tournee “Magische Töne”, mit dem Jonas Kaufmann und Malin Byström durch Europa reisen, bietet denn auch vorwiegend Werke dieser beiden Komponisten. Daneben kommen der echte Wiener Johann Strauss, der ungarische Wahlwiener Karl Goldmark und der ungarische Nationalkomponist Ferenc Erkel zu Wort.
Von Dr. Rudi Frühwirth
Klassik-begeistert.de

Wien
Jonas Kaufmann sang Operette in Wien: Echte Emotionen statt Schmalz (Bezahlartikel)
Jonas Kaufmann führte mit Malin Byström in die Welt der Operette
Kurier.at

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Samuel Hasselhorns Schubert-Projekt ist eine bereits erfüllte „Hoffnung“

CD/Blu-ray Besprechung:

Es ist ein absoluter Hörgenuss, wie der Sänger sensible Stimmungen in den Texten perfekt in kunstvolle Phrasierungen umsetzt, ihnen dadurch eine Tiefe verleiht, ohne sie dabei zu überinterpretieren. Das ist höchste Interpretationskunst, der Anteil des Pianisten Ammiel Bushakevitz daran ist bedeutend.

Franz Schubert
Hoffnung

Samuel Hasselhorn
Ammiel Bushakevitz

HMM 902779

von Peter Sommeregger

Noch vor ein paar Jahren musste man fürchten, der Liedgesang wäre eine sterbende Kunst, die Zahl von Liederabenden ging kontinuierlich zurück, ebenso jene der Sänger, die sich dieser Kunst widmeten. „Franz Schubert, Hoffnung, Samuel Hasselhorn
klassik-begeistert.de, 24. April 2026“
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Ein erfrischender Kurztrip in die skandinavischen Musikgefilde begeistert in Bremen

Julie Røssland © Ole Wuttudal

Auf zu einem erfrischend unterhaltsamen Kurztrip in die reizvollen Musikgefilde Skandinaviens!

5nachsechs Afterwork-Konzert: Skandinavische Romanze

Programm:

Jean Sibelius  En Saga op. 9
Johan Svendsen  Romanze für Violine G-Dur op. 26
Geirr Tveitt  Hundred Hardanger Tunes op. 51
Johan Svendsen  Norwegische Rhapsodie Nr. 3 op. 23

Julie Røssland   Dirigentin
Jacques Forestier   Violine
Die Bremer Philharmoniker

Bremer Konzerthaus Die Glocke, 22. April 2026

von Dr. Gerd Klingeberg

Das Format der etwa 75 Minuten dauernden „5nachsechs Afterwork-Konzerte“, das für ein nicht ausschließlich klassik-affines Publikum konzipiert ist, erfreut sich längst außerordentlicher Beliebtheit.

Umso mehr, wenn es diesmal unter dem Motto „Skandinavische Romanze“ um Musik aus Finnland und Norwegen geht, Ländern also, deren Bewohner nachweislich zu den glücklichsten der Welt zählen. Dass das Orchester dabei in zumeist zivilem Outfit aufspielt, bedeutet indes keineswegs, dass man im Hinblick auf den Einsatz weniger engagiert als bei „großen“ Konzerten zur Sache ginge. Was sich im Übrigen auch schwerlich umsetzen ließe bei einem Werk wie „En Saga“ von Sibelius, bei dem der volle Einsatz des Orchesters gefordert ist. „5nachsechs Afterwork-Konzert, Skandinavische Romanze
Bremer Konzerthaus Die Glocke, 22. April 2026“
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Das MusikTheater an der Wien präsentiert ein barockes Wunder

Alessandro nell’Indie  © Marco Sommer

Der Komponist Leonardo Vinci schuf mit dieser Opern-Produktion eine Weiche für das damalige wie das heutige  Publikum. Es war bestechend, wie fünf Countertenöre in den drei Akten auf der Bühne das Geschehen übernahmen. So was war in Wien in dieser Form und in dieser Qualität noch nie zu hören!

Leonardo Vinci
Alessandro nell’Indie

Dramma per musica in drei Akten
Libretto von Pietro Metastasio
Österreichische Erstaufführung

Alessandro: Maayan Licht
Poro: Dennis Orellana
Cleofide: Bruno de Sá
Erissena: Jake Arditti
Gandarte: Stefan Sbonnik
Timagene: Nicholas Tamagna

Max Emanuel Cenčić, Regie

Arnold Schoenberg Chor
{oh!} Orkiestra

Martyna Pastuszka, Dirigentin/Konzertmeisterin
Koproduktion mit Bayreuth Baroque Opera Festival

MusikTheater an der Wien, 21. April 2026

von Herbert Hiess

Mit dem Gewinner des Eurovision-Songcontests 2025 Johannes Pietsch zeichnete sich deutlich ab, auf welchem überaus gehobenen Level sich mittlerweile die Countertenöre befinden. Man erinnere sich noch an Countertenöre wie Paul Esswood oder Jochen Kowalski, der 1986 – also vor 40 Jahren – eine Ausnahmeerscheinung war, wie in der grandiosen Produktion von Georg Friedrich Händels „Giustino“ an der Wiener Volksoper damals eindrucksvoll zu hören war. „Leonardo Vinci, Alessandro nell’Indie
MusikTheater an der Wien, 21. April 2026“
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Gewandhaus-Kapellmeister Nelsons würdigt seinen Vorgänger Mendelssohn

CD/Blu-ray Besprechung:

Felix Mendelssohn
Oratorios & Symphonies

Gewandhausorchester
Andris Nelsons

DG 7 CD 4868178

von Peter Sommeregger

Das weltberühmte Gewandhausorchester Leipzig wurde seit seiner Gründung von den bedeutendsten Dirigenten ihrer Zeit geleitet, die Liste liest sich wie ein Who’s who der jüngeren Musikgeschichte. Arthur Nikisch, Wilhelm Furtwängler und Bruno Walter zählten zu dem erlauchten Kreis, eine besonders prägende Persönlichkeit war der 5. Gewandhaus-Kapellmeister , Felix Mendelssohn.
Bis heute beschwört das Orchester den Geist des großen romantischen Komponisten und Dirigenten. „Felix Mendelssohn, Oratorios & Symphonies, Andris Nelsons
klassik-begeistert.de, 23. April 2026“
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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 23. APRIL 2026

Thomas Guggeis © Diana Hillesheim

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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 23. APRIL 2026

Frankfurt/Alte Oper
Guggeis lässt die Frankfurter Museumslöwen kräftig brüllen
Dieses Konzert war großes Kino für die Ohren, präsentiert von Musikern, die sichtlich Freude an der Herausforderung hatten. Ein Abend, der noch lange nachklingen wird, so wie der letzte Beckenschlag von Jürgen Friedel, der wie ein Schimmer über dem Parkett hängen blieb.
Von Dirk Schauß
Klassik-begeistert.de

„DIE DONNERSTAG-PRESSE – 23. APRIL 2026“ weiterlesen