Alex Ross kündigt seinen Posten beim „New Yorker“

Alex Ross © John D. and Catherin e T. MacArthur Foundation

„Möge der Klang mit euch sein!“

Für diejenigen, die sich genreübergreifend mit der Musik des 20. Jahrhunderts und mit der nichtmusikalischen Wagner-Rezeption auseinandersetzen, ist Alex Ross seit vielen Jahren eine feste Größe. Kaum jemand denkt so interdisziplinär, wenige haben soviel Detailwissen und dabei dennoch den ganz großen Überblick wie er. Nach 30 Jahren gibt der Musikwissenschaftler, Journalist und Autor seinen Posten als leitender Musikkritiker bei dem renommierten US-amerikanischen Kultur-Magazin „New Yorker“ auf.

von Dr. Andreas Ströbl

„Portrait: Alex Ross, Musikwissenschaftler, Journalist und Autor
klassik-begeistert.de, 5. Juli 2026“
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„Pelléas et Mélisande“ – wunderschöne Bilder, die lange nachwirken

Premiere 17. März 1991 | © Tatjana Dachsel

Pelléas et Mélisande 
Drame lyrique in fünf Akten (1902)
Musik von Claude Debussy
Text von Maurice Maeterlinck

Staatskapelle Berlin
Musikalische Leitung: François-Xavier Roth

Inszenierung: Ruth Berghaus

Arkel  Stephen Milling
Geneviève  Anne Sofie von Otter
Pelléas  Thomas Blondelle
Golaud  Simon Keenlyside
Mélisande  Magdalena Kožená
Yniold   Henrik Brandstetter (Tölzer Knabenchor)
Arzt/Hirt  David Ostrek

Staatsoper Unter den Linden, 3. Juli 2026

von Iris Röckrath

„Claude Debussy, Pelléas et Mélisande
Staatsoper Unter den Linden, 3. Juli 2026“
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DIE SONNTAG-PRESSE – 5. JULI 2026

Sophie Rennert (Claire Zachanassian), Ludwig Mittelhammer (Alfred Ill), Ensemble, Chor und Statisterie des Staatstheaters am Gärtnerplatz © Markus Tordik

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SONNTAG-PRESSE – 5. JULI 2026

München
„Der Besuch der alten Dame“ zieht mich in den Abgrund der moralischen Hölle
Gute Unterhaltung! Auch. Schöpft zugleich das Potenzial voll aus, mich zum Nachdenken zu bringen. Über die Zeit, in der ich lebe. Über meinen moralischen Kompass. Wie schmal der Grat ist: schwupps! ist die Moral in die Tonne getreten. Die Musik wühlt auf, die Stimmen gefallen, alle! Das Duo Mezzo Sophie Rennert und Puppenspielerin Manuela Linshalm machen mir die gnadenlose Claire Zachanassian höchst lebendig.
Von Frank Heublein
Klassik-begeistert.de

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John Neumeiers tiefsinniges Ballett „Die Möwe“ fesselt je öfter man es sieht, desto mehr

Daniele Bonelli (Star der Revue), Greta Jörgens (Star der Revue), Lennard Giesenberg (Semjon Semjonowitsch Medwedenko, Lehrer), Xue Lin (Mascha, Tochter des Gutsverwalters), Aleix Martínez (Pjotr Nikolajewitsch Sorin, Gutsherr), Ana Torrequebrada (Nina Michajlowna Saretschnaja, junges Mädchen), Louis Musin (Konstantin [Kostja] Gawrilowitsch Trepljow), Anna Laudere (Irina Nikolajewna Arkadina, Schwester Sorins und Mutter Kostjas, Primaballerina), Matias Oberlin (Boris Alexejewitsch Trigorin, Choreograph), Joaquin Angelucci (Jewgenij Sergejewitsch Dorn, Arzt), Ida Stempelmann (Polina Andrejewna, Frau des Gutsverwalters), Florian Pohl (Ilja Afanassejewitsch Schamrajew, Gutsverwalter bei Sorin) (Foto: RW)

Oberlins Auftritt mit der unverändert fulminant tanzenden Anna Laudere als Irina war große darstellerische Tanzkunst. Damit meine ich den Pas de deux, in dem Irina ihren abtrünnigen Liebhaber erst umgarnt, er sie abweist, sie ihn anfleht und sie bei ihm, bevor sie seelisch zerbricht, sinnbildlich, wieder unterkriechen darf.

Die Möwe, Ballett von John Neumeier nach Anton Tschechow

Choreographie, Licht, Bühnenbild und Kostüme: John Neumeier

Musik: Schostakowitsch, Tschaikowsky, Skrjabin und Evely Glennie

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Leitung Nathan Brock

Klavier: Petar Kostov, Violine: Konradin Seitzer, Violoncello: Clara Grünwald

Hamburgische Staatsoper, Hamburg Ballett, 3. Juli 2026

51. Hamburger Ballett-Tage

von Dr. Ralf Wegner

„Die Möwe, Ballett von John Neumeier
Hamburgische Staatsoper, Hamburg Ballett, 3. Juli 2026“
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Nicht alle machen es so gut, doch Così fan tutti in Zürich

Oper Zürich – Così fan tutte – 2018/19 © Monika Rittershaus

Das „e“ aus Così fan tutte streicht Don Alfonso, der eins der höhnischsten Experimente der Opernliteratur angezettelt hat, in der Schlussszene selbst weg und ersetzt es durch ein „i“. Damit wird das weibliche „tutte“ (alle Frauen) zum generischen oder maskulinen „tutti“ (alle Menschen oder alle Männer, wahlweise). Und wie machen es alle? Na so eben. Wenn es denn wahr wäre! So gut wie bei der Wiederaufnahme am Opernhaus Zürich erlebt man die „Così“ nämlich selten. 

Wolfang Amadeus Mozart
Così fan tutte
Dramma giocoso in zwei Akten
Libretto von Lorenzo da Ponte

Roberto González-Monjas  Musikalische Leitung

Kirill Serebrennikov  Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme

Musikkollegium Winterthur

Continuo:

Esteban Domínguez Gonzalvo Hammerklavier
Flurin Cuonz Violoncello

Chor der Oper Zürich, Einstudierung: Alice Lapasin Zorzit
Statistenverein am Opernhaus Zürich

Opernhaus Zürich, Wiederaufnahme, 3. Juli 2026

von Sandra Grohmann

„Wolfang Amadeus Mozart, Così fan tutte
Opernhaus Zürich, Wiederaufnahme, 3. Juli 2026“
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Grigory Sokolov zelebriert ein Hochamt feinsten Klavierspiels

Grigory Sokolov © Klaus Rudolph

Tiefgründiger geht es nicht: Der russische Meisterpianist gastiert mit Werken von Beethoven und Schubert in der Kölner Philharmonie.

Ludwig van Beethoven (1770-1827) – Sonate für Klavier Nr. 4 Es-Dur op. 7; sechs Bagatellen op. 126 für Klavier

Franz Schubert (1797-1828) – Sonate für Klavier B-Dur D 960

Grigory Sokolov, Klavier

Kölner Philharmonie, 29. Juni 2026

von Brian Cooper

Vor zweieinhalb Monaten ist er 76 geworden, und noch immer gastiert er Jahr für Jahr in Köln und anderswo. Der Termin für den kommenden Sommer wurde soeben bekanntgegeben. An die 70 Konzerte sollen es sein, die Grigory Sokolov jährlich gibt. Längst gibt er nur noch Rezitale, mit Orchestern spielt er schon lange nicht mehr – angeblich wegen zu limitierter Probenzeiten. Auch das ist ein Indiz für seinen Perfektionsdrang und eine kompromisslose Haltung gegenüber der eigenen Kunst. „Grigory Sokolov, Beethoven und Schubert
 Kölner Philharmonie, 29. Juni 2026“
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DIE SAMSTAG-PRESSE – 4. JULI 2026

Salzburger Festspiele © Luigi Caputo

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DIE SAMSTAG-PRESSE – 4. JULI 2026

Fest zur Festspieleröffnung: Drei Tage lang für jeden etwas
„Seit nunmehr zwanzig Jahren darf ich das Fest zur Eröffnung der Salzburger Festspiele gestalten und organisieren“, sagt die Salzburger Eventmanagerin Renate Stelzl. „In dieser Zeit hat sich dieser besondere Auftakt stetig weiterentwickelt, neue Impulse aufgenommen und in seiner Vielfalt immer mehr Menschen begeistert.“
DrehpunktKultur.at

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Hätten doch alle wie Wotan gesungen

Das Ensemble vor dem Vorhang: Fricka, Loge, die acht Walküren, Wotan, Siegmund, Brünnhilde, Sieglinde und der Dirigent Vladimir Jurowski (Foto: RW)

Tobias Kratzers Inszenierung ist im besten Sinne des Wortes konservativ. Er dringt weit in den Wagner’schen Ringkosmos vor. Er nimmt das Libretto ernst, zeigt Empathie für alle Personen, auch wenn sie zu den „Bösen“ zählen. Er richtet nicht, er berichtet.

Die Walküre, Oper von Richard Wagner

Bayerisches Staatsorchester
Leitung   Vladimir Jurowski

Inszenierung   Tobias Kratzer

Bühne und Kostüme   Rainer Sellmaier
Video   Manuel Braun, Jonas Dahl, Janic Bebi

Münchner Opernfestspiele, Nationaltheater, München, 28. Juni 2026

von Dr. Ralf Wegner

Was man sonst nie erlebt, es gab zu Beginn des dritten Aufzugs Zwischenbeifall. Die Ursache: Eine herabgezogene Leinwand zeigte die prächtig kostümierten Walküren, wie sie zu Pferde die Münchner Residenz verlassen und in der Stadt verunfallte, ertrunkene oder getötete Mitbürger aufsammeln und, später, real auf der Bühne, in das als Leichenhalle dienende Nationaltheater verfrachten. Dort liegen sie zunächst entblößt auf Bahren, werden gewaschen, durch Zauber wiederbelebt und als Krieger ohne eigenen Willen eingekleidet. „Richard Wagner, Die Walküre, Regie Tobias Kratzer
Nationaltheater München, 28. Juni 2026“
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DIE FREITAG-PRESSE – 3. JULI 2026

Ksenija Sidorova © Benne Ochs

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DIE FREITAG-PRESSE – 3. JULI 2026

Interview
Bei Ksenija Sidorova in Therapie …
Als kleiner Junge war ich mit meiner Mutter bei einem Auftritt des Sylter Shanty Chor, einige der – aus meiner seinerzeitigen Perspektive – doch schon recht alten Männer in maritimer Kleidung haben Akkordeon gespielt. Meine Mutter hat mich früh für Musik zu begeistern vermocht – ich danke Dir dafür sehr herzlich! Aber Männer mit grauem Bart und Akkordeon – da wollte ich einfach nur schnell weg. Das Unbehagen, das diese seltsamen Quetschkommoden in mir ausgelöst haben, war nicht unbedingt traumatisch – trotzdem habe ich mir jetzt, nach all den Jahren, jemanden gesucht, mit dem ich darüber sprechen konnte:  Ksenija Sidorova, gefeierte lettische Akkordeon-Virtuosin und Porträtkünstlerin des Schleswig-Holstein Musik Festivals 2026 (SHMF – 4. Juli – 30. August 2026). Am 4. Juli präsentiert sie in der Elbphilharmonie die Uraufführung eines Konzerts, das eigens für sie entstanden ist, komponiert von Fazıl Say.
Jörn Schmidt im Gespräch mit Ksenija Sidorova
Klassik-begeistert.de

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„Entführung aus dem Serail“: Mozarts Meisterwerk verkommt zur plumpen Sitcom

Der Geist Mozarts glänzt an diesem Abend eindeutig durch Abwesenheit, und die Intendanz muss sich fragen lassen, ob das Sitcom-Niveau der neue Geist des Hauses sein soll. Welches Publikum man sich damit ins Haus holt, war an diesem Abend zu erleben.

Bülent Ceylan (Bassa Selim) ©  Stephan Rabold

Die Entführung aus dem Serail

Singspiel in drei Akten (1782)

Musik von Wolfgang Amadeus Mozart
Text von Johann Gottlieb Stephanie

Bassa Selim  Bülent Ceylan
Konstanze   Adela Zaharia
Blonde   Serafina Starke
Belmonte  Syabonga Maqungo
Pedrillo   Michael Laurenz
Osmin   David Steffens

Inszenierung   Andrea Moses
Bühne   Raimund Bauer
Kostüme   Anja Rabes

Dirigent   Thomas Guggeis

Staatsoper Unter den Linden, Premiere, 27. Juni 2026

von Peter Sommeregger

Gleich nach der sehr flott dirigierten Ouvertüre meint man, sich im falschen Theater zu befinden. Ist das nicht die erfolgreiche deutsch-türkische Sitcom „Gutes Wedding/Schlechtes Wedding“?

Ein gut gelaunter türkischer Comedian beginnt eine Conference, die man ihm im erwähnten Stehgreif-Theater nicht hätte durchgehen lassen. Das Publikum Unter den Linden jedoch belohnt ihn mit schenkelklopfendem Beifall. Was nun über drei zähe Stunden abläuft, ist hilfloses Rampentheater, immer wieder unterbrochen durch flache, unpassende Witze, die nicht selten sogar den Ablauf der Musik stören. „W.A. Mozart, Die Entführung aus dem Serail
Staatsoper Unter den Linden, Premiere, 27. Juni 2026“
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