Ladas Klassikwelt 25: Ludwig van Beethoven war ein Komponist mit menschlichem Herzen

von Jolanta Lada-Zielke

Die Coronavirus-Pandemie ist bedauerlicherweise in Beethovens 250. Geburtsjahr ausgebrochen –  viele dem Komponisten gewidmete Veranstaltungen wurden abgesagt. Einige einzelne Auftritte und Konzerte mit Beethovens Musik kann man im Netz anschauen. Es gibt auch interessante Bücher zu diesem Thema, die Eltern mit ihren Kindern zu Hause lesen können. Eines von ihnen möchte ich jetzt gerne vorstellen. „Beethoven. Leben und Werk des großen Komponisten“ ist eine Geschichte für Familien, die das Leben und Werk des Künstlers kennenlernen wollen. Das Buch wurde vom Verlag Annette Betz herausgegeben, die Autoren sind Lene Mayer-Skumanz (Text) und Winfried Opgenoorth (Illustrationen).

Zu Beginn erfahren die Leser, dass „van Beethoven“ ein belgischer (flämischer) Name ist und „jemand vom Rübenfeld“ heißt. Vermutlich besaßen die Vorfahren des Komponisten ein Landgut in Flandern. Ludwigs Großvater, der auch Ludwig hieß, verdiente seinen Lebensunterhalt als Sänger und Kapellmeister in Bonn, außerdem war er Weinhändler. Der kleine Ludwig saß oft auf dem Schoß seines Großvaters, der ihn im Rhythmus der Musik schaukelte. „Ladas Klassikwelt 25: Ludwig van Beethoven war ein Komponist mit menschlichem Herzen“ weiterlesen

Lieses Klassikwelt 28: Fidelio

Foto: Jonas Kaufmann als Fidelio am Royal Opera House (c) in London

Tatsächlich habe ich aber Jonas Kaufmann einmal als Florestan live erlebt, das war 2010  beim Luzern Festival in einer konzertanten Aufführung unter Claudio Abbado. Damals stand der Tenor im Zenit seines Könnens, ließ seinen ersten Ton in seinem „Gott, welch Dunkel hier“ gefühlt fünf Minuten lang auf einem Crescendo anschwellen, dass es einem kalt den Rücken herunter lief. So habe ich das nie wieder gehört. Ob er das heute auch noch so bringen kann? Die letzten Male, die ich ihn hörte, beispielsweise 2018 in München als  Parsifal,  hatte seine stimmliche Präsenz hörbar nachgelassen. Aber seinen jüngsten Florestan können nur die beurteilen, die in einer der Londoner Aufführungen waren.

von Kirsten Liese

Im Beethoven-Jahr liegt eine Konjunktur der einzigen Oper des Komponisten nahe. Ich muss allerdings gestehen, dass mich ungeachtet der Corona-Krise nicht eine der zahlreichen geplanten Produktionen hinter dem Ofen hervorgelockt hat. Am wenigsten wohl die der Wiener Staatsoper Ende Januar, die sich zu der blödsinnigen Idee verstieg, die Urfassung mit neuen Texten von Moritz Rinke zu präsentieren. Sie wurde prompt ein großer Reinfall. „Lieses Klassikwelt 28: Fidelio
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Sommereggers Klassikwelt 28: Zeit zu reden, Zeit zu schweigen

Beängstigend an der gegenwärtigen Situation ist der zum Mahlstrom angeschwollene Fluss von Botschaften, Halbwahrheiten und Stellungnahmen die ungefragt und weitgehend ungefiltert über uns hereinbrechen. Dabei scheint ein Missverhältnis zwischen ungesicherten Fakten und ihrer massenweisen Verbreitung zu bestehen. Je weniger man weiß, desto mehr wird hemmungslos schwadroniert, selbst offizielle Medien stoßen pausenlos ein schwer erträgliches Geschwürbel aus.

von Peter Sommeregger

Der Donnerschlag, mit dem das Corona-Virus in unsere scheinbar so perfekt organisierte Welt eingeschlagen hat, ist wohl nur einem Meteoriteneinschlag in der frühen Erdgeschichte vergleichbar. Die konkreten Folgen für unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft und den Kulturbetrieb sind längst noch nicht absehbar. „Sommereggers Klassikwelt 28: Zeit zu reden, Zeit zu schweigen
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Ritterbands Klassikwelt 10: "Alles Virus!" – Tod und Musik

Dieser Beitrag von Autor Dr. Charles E. Ritterband (Isle of Wight) erschien zuerst bei klassik-begeistert.de am 19. März 2020. Einen Tag später erschien er online im Feuilleton einer der wichtigsten Zeitungen der westlichen Hemnisphäre: der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). Wir bringen ihn deshalb noch einmal.

https://www.nzz.ch/feuilleton/alles-virus-opern-als-therapie-und-krankheitsgeschichte-ld.1547627

Jeder von uns ist irgendwie von der Corona-Krise betroffen. Mir folgte die Virus-Welle wie ein Gespenst. Es begann damit, dass ich fünf Opern in vier italienischen Städten – Mailand, Venedig, Bologna, Turin – anschaute und für klassik-begeistert.de rezensierte. In Venedig, wo gerade der Karneval dem Höhepunkt entgegenstrebte, herrschte bei strahlendem Sonnenschein fröhliches Maskentreiben. Ich sah dort „Elisir d’Amore“ – nach meiner Abreise schloss das Teatro La Fenice die Tore. Kurz darauf war ich an der Scala, „Turco in Italia“. Hinter mir schlossen sich die Tore des weltberühmten Opernhauses. Letzte Woche war ich in der Wiener Staatsoper: „Turandot“. Es sollte die letzte Vorstellung des Hauses am Ring sein … wohl für lange Zeit.

… So haben der Hauch des Todes, die Angst und die allgemeine Ungewissheit angesichts der rasend schnellen Verbreitung des Virus einen auf den ersten Blick unerwarteten Effekt: Es verstummt nicht die Musik, es breitet sich nicht tödliche Stille über die Welt.

von Charles E. Ritterband

„Alles Walzer!“ – noch haben wir ihn im Ohr, den rituellen Ruf an jedem der zahllosen Wiener Bälle, der, nach den Darbietungen der Debütantenpaare und der Balletttänzer, die Tanzfläche für das Publikum öffnet: Mit einem Walzer, vorzugsweise dem Donauwalzer. Längst sind die Tanzparkette leer, und mit ihnen sämtliche Kultureinrichtungen der Donaumetropole und aller anderen Städte. Statt „Alles Walzer!“: „Alles Virus“.

Humor und Musik statt tödlicher Stille

Das Virus beherrscht sämtliche Medien und alle Gespräche der Mitmenschen. Es macht Angst, evoziert archaische Todesängste – aber zugleich gibt es eine Gegenreaktion: Humor, schwarzer Humor natürlich, Galgenhumor. Und: Musik. Sie erklingt als Serenade von italienischen Fenstern und Balkonen, in Wiener Hinterhöfen und von den Apartment-Hochhäusern in Tel Aviv, die zu riesigen, improvisierten Party-Schauplätzen geworden sind. Sie tönt uns aus Laptops und Fernsehgeräten entgegen – denn die großen Opernhäuser der Welt bieten jetzt tägliche, kostenlose Streaming-Programme ihrer Opernrepertoires an: eine hervorragende Idee, denn wenn schon die Menschen nun plötzlich per Gesetz gezwungen werden, zu Hause zu bleiben, soll sich dieses Zuhause zu einer von hunderttausenden, ja Millionen von Opernlogen weltweit verwandeln. „Ritterbands Klassikwelt 10: „Alles Virus!“ – Tod und Musik“ weiterlesen

Lieses Klassikwelt 27: Musik heilt

von Kirsten Liese

In Krisenzeiten ist der Hunger auf Kultur groß. Manche Ältere unter Ihnen erinnern sich vielleicht noch an die langen Schlangen vor den Kinos oder dem Berliner Titania Palast nach Kriegsende – Bilder, die für mich Geschichte sind, ich kenne sie zum Glück nur aus alten Wochenschauen. In heutigen Zeiten des Ausnahmezustands belegt das große Interesse an den vielfach angebotenen Streaming-Angeboten von Opernhäusern und Konzertveranstaltern nicht minder die Bedeutung von Musik als Seelen- und Nervennahrung. Manchmal entfaltet sie sogar Heilkräfte, die an ein Wunder grenzen. Von solchen Fällen will ich heute anhand dreier außergewöhnlicher Künstler-Persönlichkeiten erzählen. „Lieses Klassikwelt 27: Musik heilt
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Spelzhaus Spezial 1: Corona – Life is Jazz. Mein Plädoyer für die Musik

Also bitte: Improvisiert, hört Musik, macht Musik, singt und tanzt daheim! Wenn Ihr Euch nicht wie die Italiener auf den Balkon traut, dann tut es wenigstens unter der Dusche. Das ist – soviel ich weiß – noch erlaubt.

von Petra Spelzhaus

Eigentlich würde ich heute Abend im Münchener  Jazzclub Unterfahrt sitzen und über das Konzert der genial-verrückten Schweizer Combo „Hildegard Lernt Fliegen“ schreiben. Fliegen ist gerade nicht angesagt in Zeiten des Coronavirus. „Spelzhaus Spezial 1: Corona – Life is Jazz. Mein Plädoyer für die Musik
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Lieses Klassikwelt 26: Zeit zum Üben

von Kirsten Liese

Lange habe ich über meine journalistische Arbeit mein Klavierspiel vernachlässigt. Das hat mich oft sehr bekümmert, denn bekanntlich verliert sich das, wenn man nicht mehr übt.

Die Corona-Krise bringt es mit sich, dass ich immerhin dafür nun wieder Zeit finde.

Ausgesucht habe ich mir zunächst zwei  meiner Lieblingsstücke: Bachs Choral  Jesus bleibet meine Freude   aus der Kantate Herz und Mund und Tat und Leben und das A-Dur Intermezzo von Johannes Brahms op.118. „Lieses Klassikwelt 26: Zeit zum Üben
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Hauters Hauspost 2: Treffen Sie sich mit mir zu einem Tanzabend des Bayerischen Staatsballetts in München

von Barbara Hauter

Haben Sie Samstag schon was vor? Wie wäre es, wenn wir uns zur Watchparty treffen! Am 21. März um 19.30 Uhr schauen alle ballettinteressierten Klassik-begeistert-Leser gleichzeitig „Jewels“. Der Tanzabend des Bayerischen Staatsballetts in München wird auf Staatsoper.tv übertragen und garantiert vor allem eines: Er hebt das Gemüt. Und fröhliche Grundstimmung stärkt das Immunsystem. Das können wir alle gerade gut gebrauchen.

Warum gerade Jewels? Weil Jewels einfach wunderschön ist: Geschliffener Tanz, glitzernde Kostüme, abwechslungsreiche Musik. Der Choreograf George Balanchine schuf für seine Compagnie, das New York City Ballet, eine ganze Reihe neoklassischer, visionärer Choreographien, die als Meilensteine des Balletts gelten. „Hauters Hauspost 2
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Sommereggers Klassikwelt 27: Raus aus dem Hamsterrad!

Foto: Lichtpuenktchen / Pixabay

Immer mehr wird klar: Wir alle sind auf uns selbst zurück geworfen, selbst enge soziale Bindungen können in der gegenwärtigen Situation nur begrenzt gepflegt werden. Selbstgenügsamkeit ist in der Generation Instagram & Co. keine weit verbreitete Eigenschaft, wäre aber ein probates Mittel gegen die nun einsetzende Frustration.

von Peter Sommeregger

Was derzeit weltweit geschieht, ist seit dem Zweiten Weltkrieg ohne Beispiel. Ganze Staaten beginnen sich abzuschotten, das öffentliche Leben kommt mehr und mehr zum Erliegen. Wer hätte so etwas in Friedenszeiten gedacht? Der Virus, der uns das eingebrockt hat, schreibt derzeit Geschichte und wir erleben sie staunend mit. „Sommereggers Klassikwelt 27: Raus aus dem Hamsterrad!“ weiterlesen

Hauters Hauspost 1: Plädoyer für die Menschheit – warum wir doch nicht aussterben sollten

von Barbara Hauter

Unseren Planeten haben wir bald ruiniert. Wir versinken nicht nur im steigenden Meeresspiegel sondern auch im Hass aufeinander. Den letzten Orang-Utans fällen wir den Baum unterm Hintern weg und futtern dafür Nutella, bis der Diabetes kommt.

Es ist zum Verzweifeln mit uns Menschen. Keine Ahnung, warum wir so stolz sind auf unsere Verstandesleistungen. So richtig schade wäre es um uns nicht. Wenn da nicht die Kunst wäre. Die Sixtinische Kapelle und van Goghs Starry Night  zünden Lichter an in unseren dunklen Herzen. Vor allem aber ist die Fähigkeit des Menschen Musik zu machen für mich der Grund, die gesamte Menschheit zu begnadigen.

Von Bachs Brandenburgischen Konzerten bis zur Bohemian Rhapsody, von Delibes Blumenduett bis Louis Armstrongs Wonderful World – es sind die Klänge, die unsere Herzen öffnen. Es gibt nichts Vergleichbares, was weltweit und über alle Kulturen hinweg bei allen Menschen zu Glücksgefühlen führt, wie die Musik – ich nehme den deutlich ungesünderen Konsum von Drogen hier ausdrücklich aus.

Die Liebe zu Musik ist uns angeboren, Babys weltweit werden in den Schlaf gesungen und sobald ein Kind spricht, fängt es auch an zu singen. Erwiesenermaßen lindert Musik Schmerz und hilft uns, uns mit unseren tiefsten Emotionen zu versöhnen. Und friedlich macht uns die Musik auch. Nicht ohne Not beschallt die Münchner U-Bahn neuralgische Stationen mit einer 300minütigen Klassik-Dauerschleife. Vivaldis Vier Jahreszeiten und Beethovens 6. Sinfonie als Wohlfühlgarant. Das ist erfreulich. Schließlich waren einer Studie zufolge 95 Prozent aller Jugendlichen noch nie in einem klassischen Konzert.

Hochkultur ist out. Dabei brauchen wir sie wie nie zuvor. Nicht nur zur Deeskalation. Sie macht den Mensch zum Mensch. Und ist das, warum es wirklich schade wäre, wenn wir uns selbst abschaffen.

Barbara Hauter, 15. März 2020, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

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