Langes Klassikwelt 10: The Sound of Silence

Es ist sehr ruhig da draußen. Endlich Ruhe in der lauten Großstadt?! So hat sich das wohl keiner von uns gewünscht. Wir lernen: Lärm verbindet. Und Musik tröstet.

von Gabriele Lange

München ist still. Sehr still. Ich kann mich nicht erinnern, dass es in München schon einmal so still war. Kaum Verkehr. Die wenigen Menschen auf der Straße sind allein oder gehen wortkarg zu zweit spazieren. Wer sein Handy benutzt, redet leiser als sonst. Der Kinderspielplatz im Park ist verwaist. Sogar die Nachbarn im ersten Stock gegenüber verzichten seit einigen Tagen auf lautstarke Ehestreitigkeiten bei offenem Fenster. Die Griller im Erdgeschoss verbreiten am sonnenwarmen Samstag die gewohnten übelriechenden Rauchschwaden, doch ich höre tatsächlich nur Besteckgeklapper. Der Herr links unten führt keine weinseligen Diskussionen mehr auf dem Balkon. Beim Einkaufen huschen die Leute durch die Gänge, keiner bleibt zum Ratschen stehen. „Langes Klassikwelt 10: The Sound of Silence“ weiterlesen

10 Fragen an Agnes Selma Weiland: "Die Kunst ist der Tröster der Seelen und entfacht die Leidenschaften"

Die in Dresden geborene Sopranistin Agnes Selma Weiland sang bei den Tiroler Festspielen die großen Rollen ihres Fachs, wie TANNHÄUSER Elisabeth, LOHENGRIN Elsa und im Sommer 2019 Verdis AIDA. Am Theater Basel war sie als 1. Dame in Mozarts ZAUBERFLÖTE engagiert. An der Opéra National de Lyon erlangte sie internationale Aufmerksamkeit als SANCTA SUSANNA in Hindemiths gleichnamiger Oper und als Nella in Puccinis GIANNI SCHICCHI. Das Theater Bonn engagierte sie daraufhin auch als SANCTA SUSANNA. An der Oper Leipzig sang sie nach der 1. Dame in Mozarts ZAUBERFLÖTE ihre ersten Wagnerrollen: Sieglinde und später Brünnhilde in Wagners RING FÜR KINDER. Gleich nach dem Studium engagierte sie das Theater Bremen, wo sie bereits wichtige Hauptrollen sang. Konzertreisen führten sie nach Belgien, Polen, Spanien, Italien, in die USA und nach Abu Dhabi. Sie ist Preisträgerin mehrerer Wettbewerbe. Agnes Selma Weiland lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Berlin.

von Dr. Petra Spelzhaus
Fotos: Xiomara Bender (c)

Was haben Sie vor einem Jahr getan, und wie sieht Ihr Alltag heute aus?

Vor einem Jahr unterschrieb ich den Vertrag bei den Tiroler Festspielen Erl, um im Sommer 2019 dort die Aida zu singen. Also war ich dann Tag und Nacht mit dieser wunderbaren Partie beschäftigt, um sie möglichst schnell in meinen Kopf und Körper zu bekommen. In meinem derzeitigen Alltag dreht sich viel um meine sechsjährige Tochter. Gleichzeitig studiere ich neue Rollen ein wie La Gioconda, Turandot und Maddalena di Coigny, nehme mir Zeit Klavier zu spielen, probiere neue Lieder aus und bereite meine bevorstehende CD-Aufnahme vor. Endlich werde ich es wohl auch mal schaffen, meine Steuererklärung pünktlich abzugeben.

Nennen sie drei Schlagworte, wenn sie das Wort Corona hören…

Was mir sofort in den Sinn kommt, sind die zahlreichen Absagen, Vertröstungen und der fehlende Lohn. Das schickt sich an, einer der prägendsten Einschnitte in meinem Leben zu werden. Es bedeutet Verzicht auf direkte soziale Kontakte zu Gunsten der allgemeinen Gesundheit. Vor allem geraten durch Corona jedoch viel wichtigere Themen, wie die ungeklärte Flüchtlingslage etwa auf Lesbos oder die Vorgänge in den Townships von Johannesburg völlig aus dem Fokus. „10 Fragen an Agnes Selma Weiland
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Schweitzers Klassikwelt 1: "DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG" AM 3. NOVEMBER 1960 IN DER WIENER STAATSOPER

von Lothar Schweitzer

Diesen Bericht habe ich ganz aus dem Gedächtnis verfasst und erst nachher den Programmzettel wieder in die Hand genommen. Ergänzt habe ich nichts, nur das Aufführungsdatum korrigiert. Wie ich sehe, kann ich mit meinem Langzeitgedächtnis zufrieden sein. Oder  war es das hohe Niveau der Aufführung?

Die Besprechung auf der Kulturseite der Zeitung „Kurier“ begann ziemlich ungewöhnlich mit der Figur des Beckmessers und war voll des Lobes für den Gast Karl Schmitt-Walter. Seine Stimme besaß ein sehr individuelles Timbre und betonte eher die ernste Seite des Merkers. Ich sehe ihn vor mir, wie er mit einem angewinkelten Bein von einem Meister zum andren geht und ihnen die Tafel mit den vielen Strichen präsentiert. Grund für mich, die Aufnahme von „Feuersnot“ mit dem Künstler als Kunrad zu kaufen. „Schweitzers Klassikwelt 1: „DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG“
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Maestro “grüner Daumen”

Zum Tod von Krzysztof Penderecki
(23. November 1933 – 29. März 2020)

Foto: P. Andersen / music-unites.com (c)

Mela Koteluk, geboren 1985, polnische Rock-Sängerin und Songschreiberin schrieb am Sonntag über Penderecki auf Twitter:
„Er war nicht nur einer der größten polnischen Komponisten unserer Epoche. Er war auch ein leidenschaftlicher Kenner und Schützer der Natur. Seine geheime Leidenschaft waren … Bäume. Auf seinem Landgut Luslawice hat Penderecki mehrere Tausend Bäume gepflanzt. “Manche Gattungen”, erzählte er nicht ohne Stolz, “dürften in unseren Breitengraden eigentlich gar nicht gedeihen”. In seinem Park fanden sie sich zu recht und wuchsen zu der größten Sammlung exotischer Baum-Gattungen in Europa.“

Jetzt ist Krzysztof Eugeniusz Penderecki nach langer, schwerer Krankheit am Sonntag in Krakau gestorben. Er hinterlässt drei Kinder aus zwei Ehen. Die Trauergemeinde dürfte sich über den ganzen Globus verteilen. Als Komponist, Dirigent und Pädagoge stand er bis in das Jahr 2019 hinein im regen Austausch mit vielen und Vielem.

Sein musikalisches Abenteuer begann 1939 mit Klavierunterricht und Geigenunterricht. Da es in Kriegszeiten in Krakau und Umgebung keine Noten für den Geigenunterricht aufzutreiben waren, schrieb der 8-jährige Krzysztof zusammen mit seinem Lehrer die Übungsblätter selbst. Er fing an gleich auch zu komponieren. Später wurde er von Franciszek Skolyszewski in Komposition unterrichtet.

Als er 1958 als frischgebackener Absolvent der Krakauer Hochschule für Musik am ersten Komponisten-Wettbewerb teilnahm, reichte er drei verschiedene Werke unter drei verschiedenen ausgedachten Namen ein… und gewann drei erste Preise.

Zwischen 1966 und 1969 arbeitete er auf der Folkwang Universität der Künste in Essen. Am 20. Juni 1969 fand eine Uraufführung seiner ersten Oper “Die Teufel von Loudun” auf der Bühne der Hamburgischen Staatsoper unter dem Dirigat von Konrad Swinarski statt. Das Libretto schrieb Penderecki selbst, auf Deutsch.

Seine 15-jährige Stellung als Rektor der Hochschule für Musik in Krakau (1972 – 1987) brachte ihm den Kosenamen “Parasol” (Regenschirm). Penderecki war der einzige Hochschulrektor im kommunistischen Polen, der kein Parteimitglied war. Unter seiner Schirmherrschaft fanden mehrere “politisch unreife” junge Künstler ein kreatives Zuhause.

Neben klassischen Werken der Kammer-Symphonie und Oratorien schrieb Penderecki auch mehrere Filmmusiken. So fand seine – nicht immer einfache Musik Einzug in den Pop-Kanon des 20. Jahrhunderts. Mehrere Grammys folgten.

Hier ein paar Takte seiner Filmmusik aus “Shining” von Stanley Kubrick mit dem unvergesslichen Jack Nicholson als Axt schwingender Psychopath.

​https://www.youtube.com/watch?v=LIHll86NbYk​

„Zum Tod von Krzysztof Penderecki
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Presseschau, Montag, 30. März 2020

Für Sie und Euch  in den Zeitungen gefunden:
Die MONTAG-PRESSE – 30. MÄRZ 2020
Foto: © Chad Batka

Covid-19: Opernstar Plácido Domingo im Spital, Zustand stabil
Er werde bis zur „erhofften vollständigen Genesung“ im Spital bleiben.
Kurier

News
Opera star Placido Domingo hospitalised with coronavirus 14 days after first symptoms
The opera singer Placido Domingo was rushed to hospital after his health deteriorated two weeks after first exhibiting signs of coronavirus
https://www.mirror.co.uk/3am/celebrity-news/opera-star-placido

Komponist Penderecki gestorben
Der polnische Komponist Krzysztof Penderecki ist tot. Er starb heute im Alter von 86 Jahren in Krakow (Krakau), wie die Agentur PAP unter Berufung auf seine Ehefrau berichtete.
http://orf.at//stories/3159804/

Krzysztof Penderecki: Klangtsunami gegen Mailüfterl
Die Presse

Star-Komponist Krzysztof Penderecki tot
Wiener Zeitung

Zum Tod des Komponisten Krzysztof Penderecki: Er hatte Recht
BR-Klassik

Meine Erinnerungen an Professor Krzysztof Penderecki
von Jolanta Lada (Krakau / Hamburg)
Krzysztof Eugeniusz Penderecki (geboren am 23. November 1933 in Dębica, Polen; gestorben am 29. März 2020 in Krakau) war ein zeitgenössischer polnischer Komponist, dessen Werk der postseriellen Musik (s. a. Serielle Musik) zugeordnet wird und der vor allem durch seine Klangkompositionen Aufsehen erregte. Er gilt als einer der führenden Komponisten der polnischen Avantgarde und wurde gelegentlich auch als „spätmoderner Klassiker“ bezeichnet. Penderecki war einer der wenigen zeitgenössischen Komponisten der Avantgarde, denen der Durchbruch zur breiten Öffentlichkeit gelang.
Klassik-begeistert

Notfallkonzerte in Notfallzeiten
Das Orchester im Treppenhaus überträgt, angesichts der aktuellen Entwicklungen rund um die Corona-Krise, eine Reihe ihrer „Persönlichen Notfallkonzerte“ regelmäßig im Livestream. Ein äußerst gelungenes Konzertformat, gespielt von einem Ensemble von dem man gerne mehr hören möchte.
Johannes K. Fischer berichtet aus Hannover.
Klassik-begeistert

Klassik per Mausklick: Ein Überblick über das aktuelle Streaming-Angebot
Abgesagt. Cancelled. Annullato. Die Konzert- und Opernhäuser dieser Welt spielen im Moment alle dasselbe Programm. Nämlich überhaupt nichts. Trotzdem lassen sich Musiker, Künstler und Kulturschaffende vom Virus nicht lähmen und machen aus der Situation das beste. Einige geben auf dem Balkon Konzerte für die Nachbarschaft. Viele übertragen auch Konzerte aus den eigenen vier Wänden direkt ins Internet. So bleibt die Kunst lebendig. Und auch das kulturelle Leben bleibt lebendig, denn wir können nach wie vor live dabei sein. Ganz bequem vom heimischen Sofa aus.
Leon Battran berichtet vom heimischen Sofa aus
Klassik-begeistert

Berlin
Puccinis Durchbruch an der Staatsoper Berlin
Kulturstätte streamt ihre Erfolgsproduktionen.
http://abendblatt-berlin.de/2020/03/28/kuenstlerischer-durchbruch/

Frankfurt
Zwei Schülerinnen wollen das „Papageno“ retten
Das „Papageno“ am Palmengarten in Frankfurt ist wegen der Corona-Krise in Not. Zwei 16-Jährige sammeln deswegen Spenden für das Theater.
http://www.fnp.de/frankfurt/frankfurt-musiktheater-papageno-palmengarten

Cellistin über Dmitri Schostakowitsch: „Er würde sich die Hände waschen“
https://taz.de/Cellistin-ueber-Dmitri-Schostakowitsch/!5671139/

Warum wir uns auch jetzt nicht leisten können, die Kultur beiseitezuwischen
Kurier

Musikfilme : Klassik hat ihre Zukunft vor sich
Frankfurter Allgemeine „Die MONTAG-PRESSE – 30. MÄRZ 2020“ weiterlesen

Ralf Wegner: Meine schönste Opern-Highlights 1

Birgit Nilsson, Mirella Freni, Edita Gruberova, Plácido Domingo, Luciano Pavarotti: Der Hamburger Mediziner Dr. Ralf Wegner hat die großen Weltstars der Opernwelt seit Ende der 1960er-Jahre alle live erleben dürfen: in der Staatsoper Hamburg, die in den 1970er-Jahren noch zu den weltbesten Opernhäusern zählte und sich heute um Anschluss an die europäische Spitze bemüht. Begeben Sie sich in ein wunderbares Stück Operngeschichte und reisen sie mit in eine Zeit, die scheinbar vergangen ist.

© Westermann, Staatsoper Hamburg

von Dr. Ralf Wegner

Das Operngeschehen liegt darnieder, Erinnerungen müssen herhalten. An die Oper kam ich durch einen Schulkameraden, dessen Eltern ihr Abonnement in der Hamburgischen Staatsoper manchmal abgaben. Später erwarben meine Eltern ein Abonnement, das meine Frau und ich dann später übernahmen. Als Abonnent bekam man dieses und jenes vorgesetzt, vielleicht nicht immer die besten Besetzungen oder die gewünschten Stücke; so wurde manches dazu gekauft, jetzt seit Jahren mit der „Operncard“, mit der man in der Hamburgischen Staatsoper für 99 Euro jährlich eine Woche vor der Aufführung die Karten in den besten Kategorien zum halben Preis erwerben kann.

Wenn ich mich an etwas gern erinnere, dann fast ausschließlich an gesangliche Leistungen, fast nie an die Inszenierungen oder die Bühnenbilder; „Ralf Wegner: Meine schönste Opern-Highlights 1
Staatsoper Hamburg“
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Ladas Klassikwelt 25: Ludwig van Beethoven war ein Komponist mit menschlichem Herzen

von Jolanta Lada-Zielke

Die Coronavirus-Pandemie ist bedauerlicherweise in Beethovens 250. Geburtsjahr ausgebrochen –  viele dem Komponisten gewidmete Veranstaltungen wurden abgesagt. Einige einzelne Auftritte und Konzerte mit Beethovens Musik kann man im Netz anschauen. Es gibt auch interessante Bücher zu diesem Thema, die Eltern mit ihren Kindern zu Hause lesen können. Eines von ihnen möchte ich jetzt gerne vorstellen. „Beethoven. Leben und Werk des großen Komponisten“ ist eine Geschichte für Familien, die das Leben und Werk des Künstlers kennenlernen wollen. Das Buch wurde vom Verlag Annette Betz herausgegeben, die Autoren sind Lene Mayer-Skumanz (Text) und Winfried Opgenoorth (Illustrationen).

Zu Beginn erfahren die Leser, dass „van Beethoven“ ein belgischer (flämischer) Name ist und „jemand vom Rübenfeld“ heißt. Vermutlich besaßen die Vorfahren des Komponisten ein Landgut in Flandern. Ludwigs Großvater, der auch Ludwig hieß, verdiente seinen Lebensunterhalt als Sänger und Kapellmeister in Bonn, außerdem war er Weinhändler. Der kleine Ludwig saß oft auf dem Schoß seines Großvaters, der ihn im Rhythmus der Musik schaukelte. „Ladas Klassikwelt 25: Ludwig van Beethoven war ein Komponist mit menschlichem Herzen“ weiterlesen

Meine Erinnerungen an Professor Krzysztof Penderecki

Krzysztof Eugeniusz Penderecki (geboren am 23. November 1933 in Dębica, Polen; gestorben am 29. März 2020 in Krakau) war ein zeitgenössischer polnischer Komponist, dessen Werk der postseriellen Musik (s. a. Serielle Musik) zugeordnet wird und der vor allem durch seine Klangkompositionen Aufsehen erregte. Er gilt als einer der führenden Komponisten der polnischen Avantgarde und wurde gelegentlich auch als „spätmoderner Klassiker“ bezeichnet. Penderecki war einer der wenigen zeitgenössischen Komponisten der Avantgarde, denen der Durchbruch zur breiten Öffentlichkeit gelang.

Foto: nonesuch.com

von Jolanta Łada-Zielke

Es ist allgemein anerkannt, dass jemand, der das Schaffen eines anderen nicht mag, das als  „interessant“ bezeichnet, um sich nicht als Ignorant vorzustellen. Krzysztof Pendereckis Musik wird mir bis auf wenige Ausnahmen geheimnisvoll und unverständlich bleiben. Ich bin keine Liebhaberin zeitgenössischer Musik, besonders atonaler und sonoristischer. Von polnischen Komponisten des 20. Jahrhunderts mag ich Mikołaj Górecki und Wojciech Kilar sowie Arvo Pärt von ausländischen. Das Werk von Professor Penderecki, von dem wir uns heute –  am Sonntag, 29. März 2020 – verabschiedet haben, bleibt für mich wirklich interessant, obwohl ich es nicht begreifen kann. Vielleicht werde ich es eines Tages mehr erforschen. Im Moment kommen meine persönlichen Erinnerungen an diesen großartigen Komponisten und Pädagogen zurück.

Mein erster Kontakt mit Krzysztof Penderecki fand im Mai 1988 in Łańcut (eine kleine Stadt in Südostpolen) während des Kammermusikfestivals statt. Einige Konzerte wurden in der dortigen Pfarrkirche aufgeführt. Dort trat der Chor „Poznańskie Słowiki“ (Posener Nachtigallen) auf und präsentierte unter anderem Pendereckis „Stabat Mater“ .Das Publikum mochte die Aufführung des Werks so sehr, dass das Ensemble die Komposition  als die Zugabe sang. Zu dieser Zeit war ich in der zweiten Klasse des Gymnasium und werde nie den Eindruck vergessen, den dieses Stück auf mich machte. Damals wusste ich noch nicht, was ein Cluster ist, aber diese harmonische Dichte spiegelte wunderbar die Atmosphäre wider, die auf Golgatha herrschen konnte und die im Herzen der Mutter des sterbenden Jesus geherrscht haben muss. Professor Penderecki war während des Konzertabends anwesend, und am Ende verbeugte er sich  vor dem Publikum. „Krzysztof Penderecki – ein Nachruf
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10 Fragen an Ekkehard Lampe-Steinhage: "Ich möchte eine Lesung über Thomas Mann halten, begleitet von den Bremer Philharmonikern"

Der Atem-, Sprech- und Stimmlehrer Ekkehard Lampe-Steinhage wurde 1981 an der Schule Schlaffhorst-Andersen ausgebildet. Seine Gesangsausbildung erhielt er in Berlin, Kopenhagen und Bremen. Er arbeitete viele Jahre an diversen Schauspielschulen in Berlin und Bremen, erteilte Stimm- und Sprechtraining im Bereich Hörfunk und Fernsehen und bildete Bremer Bürgerschaftsabgeordnete aus. Er ist verantwortlich für das Sprechtraining an der Bremer Oper und für die Stimmbildung am Bremer Schauspiel und bei der Shakespeare Company. Als Sprechtrainer gibt er Masterkurse in New York für Opernsänger, die unter anderem an der Metropolitan-Oper singen. Gelegentlich hält er musikalisch begleitete Lesungen.

Petra Spelzhaus befragte Ekkehard Lampe-Steinhage über sein Künstlerleben im Zeichen der Corona-Krise.

klassik-begeistert.de: Was haben Sie vor einem Jahr getan, und wie sieht ihr Alltag heute aus?

Ekkehard Lampe-Steinhage: Vor einem Jahr habe ich normal gearbeitet. Ich habe in meinem Studio viel Sprech-und Gesangsunterricht gegeben. Ansonsten war ich intensiv bei der Oper und in der Shakespeare-Company aktiv. Heute ist alles weg: Kein Coaching, kein Theater, keine Patienten. Es kommen vereinzelt ein paar Leute – vorwiegend Ärzte, die fürchten sich weniger vor dem Virus – in mein Studio zum Gesangsunterricht. Ich nutze nun die freie Zeit, um Klavier zu üben. „Interview: 10 Fragen an Ekkehard Lampe-Steinhage
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Klassik per Mausklick: Ein Überblick über das aktuelle Streaming-Angebot

Foto: Jonas Kaufmann © Gregor Hohenberg

von Leon Battran

Abgesagt. Cancelled. Annullato. Die Konzert- und Opernhäuser dieser Welt spielen im Moment alle dasselbe Programm. Nämlich überhaupt nichts. Trotzdem lassen sich Musiker, Künstler und Kulturschaffende vom Virus nicht lähmen und machen aus der Situation das Beste. Einige geben auf dem Balkon Konzerte für die Nachbarschaft. Viele übertragen auch Konzerte aus den eigenen vier Wänden direkt ins Internet. So bleibt die Kunst lebendig. Und auch das kulturelle Leben bleibt lebendig, denn wir können nach wie vor live dabei sein. Ganz bequem vom heimischen Sofa aus. „Klassik per Mausklick, Streaming-Angebote während der Corona-Krise
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