Ladas Klassikwelt 20: Wie kann ein Dirigent Sänger ermutigen?

Als wir alle hochkonzentriert und mit ernsten Mienen auf der Bühne der Philharmonie in Katowice standen, trat Peter Shannon ein. Er sah uns an und bemerkte natürlich, dass wir sehr angespannt waren, und plötzlich … streckte er einfach die Zunge raus. Natürlich bemerkte das Publikum das nicht, weil er mit dem Rücken zu ihm stand, aber sicherlich überraschte die Zuschauer der Ausdruck unserer Gesichter. Die meisten von uns machten zuerst fassungslos große Augen, und dann lächelten fast alle.

von Jolanta Lada-Zielke
Foto: Peter Shannon (c)

In meinem bisherigen Leben habe ich in acht verschiedenen Chören gesungen, die von verschiedenen Dirigenten geleitet wurden. Oft luden Chorleiter irgendwelche externe Dirigenten ein, um eines der Konzerte zu leiten, die zu besonderen Anlässen stattfanden. Einer von ihnen war Peter Shannon, der 2006 in Krakau und Katowice die Aufführung von Mozarts „Krönungsmesse“ dirigierte. Ich werde sein Charisma, seine Herzlichkeit, Fröhlichkeit und Freiheit bei der Arbeit an dem Stück nie vergessen, aber vor allem werde ich mich immer daran erinnern, was er getan hat, um uns Mut zu machen. „Ladas Klassikwelt 20, Wie kann ein Dirigent Sänger ermutigen?
klassik-begeistert.de“
weiterlesen

Die DIENSTAG-PRESSE – 25. FEBRUAR 2020

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die DIENSTAG-PRESSE – 25. FEBRUAR 2020
Foto: Dr. Charles E. Ritterband

„Tod in Venedig“ – Karneval abgebrochen
Karneval in Venedig abgebrochen, Corona-Virus, klassik-beistert.de exklusiv
klassik-beigeistert.de-Autor Dr. Charles E. Ritterband besuchte soeben die Oper in Venedig, den Karneval in der Lagunenstadt sowie die Scala in Mailand. Lesen Sie bitte auch seinen zweiten Bericht aus einer Region, die mit einem teuflischen Virus kämpft.
Klassik-begeistert

Berlin
Die Kosten der Komischen Oper: 227 Millionen sind eine Luftnummer
Nichts als eine „Vermutung“ ist die Summe von 227 Millionen Euro, die derzeit genannt wird, wenn es um die Sanierung der Komischen Oper geht. Das hat Senatsbaudirektorin Regula Lüscher am Montag bei einer Anhörung im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses gesagt. „Wir sollen sehr früh Aussagen zu den Kosten machen, obwohl wir es gar nicht können“, beschreibt Lüscher das Dilemma der Berliner Stadtentwicklungsverwaltung
Tagesspiegel

Deutsche Oper Berlin: Meyerbeers Le Prophète
An der Deutschen Oper gehen die Meyerbeer-Wochen mit einer alles in allem beeindruckenden Aufführung von Le Prophète weiter. Neben den Solisten Gregory Kunde (als ein Jean mit Autorität und Gefühl), Clémentine Margaine (als streitbare Fidès) und Elena Tsallagowa (als anrührende Berthe) überzeugt vor allem der engagierte Meyerbeer-Kenner Enrique Mazzola am Pult. Die Inszenierung von Olivier Py indes hat Stärken und Schwächen.
https://konzertkritikopernkritikberlin.wordpress.com/2020/02/24

Bonn
Existentielle Fragen, Zweifel und Krisen
Beethovenjahr in Bonn
https://www.freitag.de/autoren/ansgar-skoda/existentielle-fragen-zweifel-und-krisen

Dresden
Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker geben ein umjubeltes Gastspiel bei den Dresdner Musikfestspielen…
Hochkarätig, präzise und voller Emphase: Mit Werken von Igor Strawinsky, Bernd Alois Zimmermann und Sergej Rachmaninow heizen Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker den Dresdner Kulturpalast kräftig ein, und so lässt sich nach diesem überragenden Konzerterlebnis auf jeden Fall sagen, die neue künstlerische Liaison in Berlin ist ein Glücksfall und die Dresdner Musikfestspiele beweisen für ihre Palastkonzerte abermals ein gutes Händchen.
Pauline Lehmann berichtet aus dem Kulturpalast Dresden
Klassik-begeistert

„Die DIENSTAG-PRESSE – 25. FEBRUAR 2020“ weiterlesen

„Von der Emotion überwältigt“: Großer Jubel für den Symphonischen Chor Hamburg in der Elbphilharmonie

Nach dem Schlussakkord entlädt sich im Publikum stürmisch und leidenschaftlich die Begeisterung. Einen so warmen, herzlichen und langanhaltenden Applaus gibt es auch in der Elbphilharmonie nur selten.

Elbphilharmonie Hamburg, 23. Februar 2020
Foto: Maria Schmidt, Buchholz in der Nordheide (c)

Symphonischer Chor Hamburg
Bremer Philharmoniker
Dirigent Matthias Janz

Hanna Zumsande Sopran
Fiorella Hincapié Alt
Marion Eckstein Alt
Ilker Arcayürek Tenor
Mirko Ludwig Tenor
Matthias Winckhler Bariton
Sorin Coliban Bass
Emanuel Fluck Bass
Sönke Tams Freier Bass

César Franck
Les Béatitudes / Oratorium für Solisten, Chor und Orchester FWV 53

von Leon Battran

Als Satan sah, dass er besiegt war, fing Sorin Coliban an zu weinen. Große Tränen liefen über seine Wangen. Coliban hatte alles gegeben, das Böse in Person zu verkörpern. Er sang die Rolle des Satans, trotzte Christus und den Engelschören. Dann überkam ihn die Emotion: „Das ist so schöne Musik, dass es mich am Ende einfach überwältigt hat und mir die Tränen gekommen sind“, verriet der Bassbariton klassik-begeistert.de im Anschluss an das Konzert in der Elbphilharmonie Hamburg. „Symphonischer Chor Hamburg, Bremer Philharmoniker, Matthias Janz, César Franck, Les Béatitudes
Elbphilharmonie Hamburg, 23. Februar 2020“
weiterlesen

Staatsoper Hamburg: Ein Sängerfest der Superlative

Staatsoper Hamburg, 23. Februar 2020
Georg Friedrich Händel, Alcina
Foto: © Westermann

Ulrich Poser berichtet über die Aufführung von Georg Friedrich Händels „Alcina“ in der Hamburgischen Staatsoper vom 23. Februar 2020.

Ein fantastischer Abend. Bereits die Inszenierung von Händels Märchen-Ballettoper über die Zauberin Alcina, die verflossene Liebhaber in Tiere, Pflanzen und Steine verwandelt, war mehr als unterhaltsam und kurzweilig. Christof Loy (Inszenierung) und Herbert Murauer (Bühnenbild und Kostüme) haben hier wunderbar kooperiert. Ein schlichtes, modernes Bühnenbild, in dessen Zentrum meist Alcinas riesiger Palast steht. Ein solch beeindruckendes geschmackvolles Bühnenbild mit geschickt dramatischer Ausleuchtung und mit teilweise nach hinten offener Bühne wünschte man sich bei anderen Inszenierungen auch; etwa für Teile des ersten Aktes der „Götterdämmerung“ von Richard Wagner. „Georg Friedrich Händel, Alcina,
Staatsoper Hamburg, 23. Februar 2020“
weiterlesen

"Tod in Venedig" – Karneval abgebrochen: klassik-begeistert.de-Autor vor Ort

klassik-beigeistert.de-Autor Dr. Charles E. Ritterband besuchte soeben die Oper in Venedig, den Karneval in der Lagunenstadt sowie die Scala in Mailand. Lesen Sie bitte auch seinen zweiten Bericht aus einer Region, die mit einem teuflischen Virus kämpft.

von Dr. Charles E. Ritterband, in Venedig (Text und Fotos)

Bei diesem prachtvollem, frühlingshaftem Wetter funkelten und glitzerten die aufwendigen Kostüme des venezianischen Karnevals im Sonnenlicht. Manche scheuten keinen Aufwand, um für ein paar wenige Tage mit großem Gepäck  in die Lagune zu reisen – stolz und bereitwillig posieren die Kostümierten für die Kameras Hunderter von Besuchern, meist vor dem Dogenpalast, dessen weiße Marmorsäulen den idealen Hintergrund für die farbenprächtigen abgeben.

Doch die heiter – unbeschwerte Atmosphäre täuscht – genauso wie sich hinter den Karnevalsmasken sich ganz andere Gesichter verbergen, lauert unter der Oberfläche das Unfassbar-Bedrohliche, das immer näher kommt: Der Coronavirus, der jetzt die Lombardei und Venetien erfasst hat.

Gaetano Donizetti, L’Elisir d’Amore, Teatro La Fenice, Venezia, 19. Februar 2020

Bereits hat die weltberühmte Mailänder Scala ihre Pforten bis auf weiteres geschlossen – ich hatte noch das Glück, am letzten Samstag die letzte Vorstellung, die Première von Rossinis Turco in Italia mitzuerleben. Jetzt, zwei Tage vor dessen offiziellem Abschluss, wurde auch der Carnevale in Venedig wegen der Virus-Gefahr abgebrochen.

Gioachino Rossini, Il Turco in Italia, Teatro alla Scala, 22. Februar 2020

Ich erinnere mich da unwillkürlich an Benjamin Brittens beeindruckende Oper „Death in Venice“ (nach dem Roman von Thomas Mann) – auch hier lauert hinter den prunkvollen Fassaden der Lagunenstadt eine unsichtbare Gefahr, aus Angst um den lebenswichtigen Tourismus wird diese heruntergespielt, ja negiert. Anders jetzt: Venedig setzte eine klare Maßnahme, ungeachtet der touristischen Aspekte. Sämtliche Karnevals- und Sportveranstaltungen würden jetzt mit sofortiger Wirkung abgesagt, erklärte der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia.

Der berühmte Carnevale, der alljährlich Besucher aus aller Welt in die „Serenissima“ reisen lässt, hat einer jahrhundertealte Tradition. Erstmals wurde er im Jahr 1162 begangen.

Dr. Charles E. Ritterband, 24. Februar 2020, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

Dr. Charles E. Ritterband

Der Publizist und Journalist Dr. Charles E. Ritterband, 67, geboren in Zürich / Schweiz, ist Verfasser mehrerer Bestseller („Dem Österreichischen auf der Spur“, „Österreich – Stillstand im Dreivierteltakt“ sowie „Grant und Grandezza“) und hat als Auslandskorrespondent 37 Jahre aus London, Washington, Buenos Aires, Jerusalem und Wien für die renommierte Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet. Er studierte Germanistik, Geschichte, Philosophie und Staatswissenschaften an den Universitäten Zürich und Harvard sowie am Institut d’études politiques de Paris und an der Hochschule St. Gallen. Seit Kindesbeinen schlägt Charles’ Herz für die Oper, für klassische Konzerte und für das Theater. Schon als Siebenjähriger nahm ihn seine Wiener Oma mit in die Johann-Strauß-Operette „Eine Nacht in Venedig“. Die Melodien hat er monatelang nachgesungen und das Stück in einem kleinen improvisierten Theater in Omas Esszimmer nachgespielt. Charles lebt im 4. Bezirk in Wien, auf der Isle of Wight und in Bellinzona, Tessin. Er schreibt seit 2017 für klassik-begeistert.de.

Die MONTAG-PRESSE – 24. FEBRUAR 2020

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die MONTAG-PRESSE – 24. FEBRUAR 2020
Foto: © Teatro alla Scala / Paola Primavera

Mailand
Coronavirus-Ausbruch in Italien: Behörden wollen Millionenstadt Mailand nicht abriegeln
Drittes Todesopfer in Italien bestätigt + China spricht von größter Gesundheitskrise seit Staatsgründung + Südkorea ruft höchste Alarmstufe aus
Tagesspiegel

Mailand
Performances suspended
The Teatro alla Scala’s performances are suspended in relation to the spread of the coronavirus as a precautionary measure pending the provisions of the competent authorities.
http://www.teatroallascala.org/en/coronavirus.html

Coranavirus:  Italien zwischen Panik und Schulterzucken
Drei Tote, mehr als 150 Infizierte. Italien erlebt Hysterie und Galgenhumor, seit im Norden das Coronavirus angekommen ist. Eindrücke aus einem Land, das wie kein anderes in Europa mit Covid-19 kämpft.
Der Spiegel

Coronavirus: Kein Venedig-Karneval
Die Regierung in Rom droht mit dem Einsatz des Militärs, will aber die Grenzen vorerst offen halten. Drei Todesopfer und mehr als 130 Erkrankungen wurden bisher registriert.
Die PresseNehammer: Situation „sehr ernst“, aber „kein Grund zur Panik“

Nehammer sieht „keinen Grund zur Panik“.
Kärntens Landeshauptmann Kaiser rät von Reisen nach Italien derzeit ab.
Kurier

Coronavirus: Bahnverkehr über Brenner eingestellt
Ein Zug mit zwei Coronavirus-Verdachtsfällen wurde am Sonntagabend vor der Grenze am Brenner angehalten. Wenig später hat die Tiroler Landeswarnzentrale den gesamten Personenzugverkehr von Italien über den Brenner bis auf Weiteres eingestellt.
Die Presse

Coronavirus (be)trifft den internationalen Kunstmarkt
Die wirtschaftlichen Folgen sind noch nicht absehbar. Sie könnten nicht nur Südostasien, sondern auch Europa tangieren
Der Standard

Drastische Maßnahmen gegen Coronavirus
Mit drastischen Maßnahmen wie Sperrzonen will Italien die rasante Ausbreitung des Coronavirus stoppen. Mehrere Gemeinden in Norditalien wurden abgeriegelt, damit das Virus nicht auf die Wirtschaftsmetropole Mailand, das Touristenzentrum Venedig und andere Regionen übergreift. Mittlerweite gab es am Sonntag das dritte Todesopfer.
https://orf.at/stories/3155403/

War sie Beethovens Tochter? Der Fall Minona
Am 8. April 1813 wird in Wien ein Mädchen geboren und zwei Tage später auf den Namen Maria Theresia Selma Arria Cornelia Minona getauft. Niemand würde sich zwei Jahrhunderte später für dieses Lebewesen interessieren, würde man nicht heute in Minona von Stackelberg, wie die lebenslang unverheiratete Frau hieß, die leibliche Tochter Ludwig van Beethovens vermuten.
https://www.dw.com/de/war-sie-beethovens-tochter-der-fall-minona/a-52422390

Gelsenkirchen
Greller Verdi XXL: „Macht des Schicksals“ in Gelsenkirchen
BR-Klassik.de

Halle
Jahresausstellung im Händel-Haus würdigt Oskar Hagen
Neue Musikzeitung/nmz.de

Luzern/ Schweiz
Im KKL fehlt jetzt nur noch Greta
Michael Haefliger, Intendant des Lucerne Festival, will noch einmal beweisen, dass man am Puls der Zeit ist. Aber es ist schwierig, seinen Dampfer wieder in Fahrt zu bringen.
Neue Zürcher Zeitung „Die MONTAG-PRESSE – 24. FEBRUAR 2020“ weiterlesen

Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker geben ein umjubeltes Gastspiel bei den Dresdner Musikfestspielen

Kulturpalast Dresden, 21. Februar 2020
Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko, Dirigent
Foto: © Monika Rittershaus (c)

Igor Strawinsky, »Sinfonie in drei Sätzen«
Bernd Alois Zimmermann, »Alagoana« (Caprichos Brasileiros)
Sergej Rachmaninow, Sinfonische Tänze op. 45

von Pauline Lehmann

Hochkarätig, präzise und voller Emphase: Mit Werken von Igor Strawinsky, Bernd Alois Zimmermann und Sergej Rachmaninow heizen Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker den Dresdner Kulturpalast kräftig ein, und so lässt sich nach diesem überragenden Konzerterlebnis auf jeden Fall sagen, die neue künstlerische Liaison in Berlin ist ein Glücksfall und die Dresdner Musikfestspiele beweisen für ihre Palastkonzerte abermals ein gutes Händchen. „Kirill Petrenko, Berliner Philharmoniker, Dresdner Musikfestspiele,
Kulturpalast Dresden, 21. Februar 2020“
weiterlesen

Danach schloss die Renomée-Oper: Der "Turco" am Teatro alla Scala  – ein Belcanto-Feuerwerk begeistert in minimalistischer Inszenierung

klassik-begeistert.de-Autor Dr. Charles E. Ritterband besuchte die vorläufig letzte Vorstellung an der Mailänder Scala – sämtliche Vorstellungen sind wegen des Corona-Virus bis auf weiteres suspendiert.

Teatro alla Scala, 22. Februar 2020 (Premiere)
Gioachino Rossini, Il Turco in Italia, Dramma Buffo
Foto: Andreas Schmidt (c)

Am Tag nach dieser Vorstellung, am Sonntag 23. Februar 2020, brachte die Scala folgende Verlautbarung in Umlauf: „Wir geben bekannt, dass wegen der Entwicklungen im Zusammenhang mit der Verbreitung des Coronavirus die Vorstellungen des Teatro alla Scala als Vorsichtsmaßnahme suspendiert wurden – in Erwartung weiterer Verfügungen durch die zuständigen Organe. Für Informationen in Bezug auf diese Programmänderungen und die Rückerstattung bereits bezahlter Tickets wende man sich an lascalarisponde@fondazionelascala.it  .“

von Charles E. Ritterband

Mit einem wahren Belcanto-Feuerwerk ist Rossinis „Il Turco in Italia“ an seinen Ursprung zurückgekehrt: Am 14. August 1814 feierte diese Opera Buffa ihre Uraufführung an der Mailänder Scala – und das weltberühmte Haus bringt das Werk jetzt, mehr als zwei Jahrhunderte später, in einer Neuinszenierung wieder auf die Bühne. „Gioachino Rossini, Il Turco in Italia,
Teatro alla Scala, 22. Februar 2020“
weiterlesen

Wenn man Gershwin hört, erlebt man das pulsierende Leben Amerikas

Bildquelle: Thilo Wolf

Prinzregententheater München, 19. Februar 2020

Gershwin Melodies – Ein Abend mit Klassikern von George Gershwin

Thilo Wolf Jazz Quartett und das Münchner Rundfunkorchester unter Enrique Ugarte

von Petra Spelzhaus

Die symphonische Besetzung des Münchner Rundfunkorchesters betritt die Bühne des restlos ausverkauften Prinzregententheaters, die Herren formvollendet im Frack, Dirigent Enrique Ugarte im weißen Jackett. Das Orchester beginnt äußerst schwungvoll mit der Ouvertüre zum 1930 erstmals aufgeführten Broadway Musical „Girl Crazy“, das einst Ginger Rogers zum Star machte. Das Werk nimmt sogleich mit Anspielungen an „I got Rhythm“ an Fahrt auf. Es wird bluesig-melancholisch, dann swingig, es folgen Samba-Rhythmen. Weitere berühmte Gershwin-Klassiker wie „But not for me“ oder „Embraceable You“ klingen an. Der Dirigent schwelgt, die Musiker grinsen zufrieden, das Publikum wippt mit.

Gewidmet ist der Konzertabend dem Künstler, den das Time Magazine 1925 als den „bedeutendsten lebenden Komponisten der USA“ gefeiert hat: George Gershwin. „Thilo Wolf Jazz Quartett, Münchner Rundfunkorchester, Enrique Ugarte,
Prinzregententheater München, 19. Februar 2020“
weiterlesen

Das war weitgehend Bayreuth-Niveau!

Foto: © Westermann / Staatsoper Hamburg

Hamburgische Staatsoper, 21. Februar 2020

Richard Wagner, Der fliegende Holländer

von Ulrich Poser

Andrzej Dobber

Schon die Antrittsarie „Die Frist ist um“ von Andrzej Dobber in der Titelrolle ließ Großes erahnen. Hier steht ein Heldenbariton der absoluten Weltklasse auf der Bühne: Stimmgewaltig, glasklar, textverständlich, rabenschwarz und schauspielerisch erstklassig. Besser und überzeugender kann man diese Partie wohl kaum singen und darstellen. Sein professionelles Schauspiel und die mächtige Erscheinung, die an Jon Vickers erinnert, trugen dazu bei, dass hier ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk dargeboten wurde. Dieser Holländer lebte. Nach dieser grandiosen Leistung von Herrn Dobber besteht kein Zweifel daran, dass Katharina Wagner zeitnah zum Telefonhörer greifen wird. Dieser Mann gehört auf den Grünen Hügel! Eine solche Einladung sollte ihn aber bitte nicht davon abhalten, so oft wie möglich in Hamburg zu gastieren. Das Haus an der Dammtorstraße braucht solche Helden dringend.

„Richard Wagner, Der fliegende Holländer,
Hamburgische Staatsoper, 21. Februar 2020“
weiterlesen